Rocket Lab hat sich in kurzer Zeit von einem kleinen Startup zu einem zentralen Akteur in der Raumfahrtindustrie entwickelt. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung, den Bau und den Start kleiner Trägerraketen spezialisiert. Mit innovativen Technologien, wiederverwendbaren Raketen und ambitionierten Expansionsplänen könnte das Unternehmen in den kommenden Jahren eine noch bedeutendere Rolle im globalen Raumfahrtsektor einnehmen.
Gründung und frühe Jahre
Rocket Lab wurde 2006 von dem neuseeländischen Ingenieur Peter Beck gegründet. Ursprünglich als kleines Startup ins Leben gerufen, verfolgte das Unternehmen das Ziel, kostengünstige und flexible Möglichkeiten für den Zugang zum Weltraum zu schaffen. Bereits 2009 gelang mit der suborbitalen Rakete Atea-1 der erste erfolgreiche Start.
Entwicklung der Electron-Rakete
Ein entscheidender Meilenstein wurde 2013 erreicht, als Rocket Lab mit der Entwicklung der Electron-Rakete begann, einer speziell für den SmallSat-Markt konzipierten Trägerrakete. Im selben Jahr verlagerte das Unternehmen seinen Hauptsitz nach Long Beach, Kalifornien, während es weiterhin seine Startinfrastruktur in Neuseeland ausbaute.
2015 erhielt Rocket Lab bedeutende Investitionen von Venture-Capital-Firmen wie Khosla Ventures und Bessemer Venture Partners. Die zweistufige Electron-Rakete wurde mit 3D-gedruckten Rutherford-Triebwerken ausgestattet und sollte Nutzlasten von bis zu 300 kg in den niedrigen Erdorbit (LEO) befördern.
Erste Starts und Kommerzialisierung
Mai 2017: Der erste Testflug der Electron mit dem Namen "It's a Test" erfolgte von der neuseeländischen Startanlage Launch Complex 1 (LC-1) auf der Mahia-Halbinsel. Obwohl der Flug nicht vollständig erfolgreich war, demonstrierte er das Potenzial des Systems.
Januar 2018: Der zweite Flug "Still Testing" verlief erfolgreich und brachte erstmals Satelliten in den Orbit.
November 2018: Rocket Lab nahm den regulären kommerziellen Betrieb auf.
Expansion und Innovationen
Photon-Satellitenplattform (2020): Rocket Lab entwickelte das Photon-Raumschiff, eine vielseitige Plattform für Satellitenmissionen, darunter Mond- und interplanetare Einsätze.
Neuer US-Startplatz (2020): Rocket Lab eröffnete den Launch Complex 2 (LC-2) in Virginia, um flexiblere Startoptionen für US-Regierungsmissionen anzubieten.
Wiederverwendbarkeit (2020–2022): Erste Experimente zur Wiederverwendung von Electron-Boostern führten zu erfolgreichen Tests mit Fallschirmen und Helikopter-Bergungen.
Entwicklung der Neutron-Rakete
2021 stellte Rocket Lab die Neutron-Rakete vor, eine wiederverwendbare Trägerrakete mit einer Nutzlastkapazität von 13 Tonnen in den LEO. Sie ist für bemannte Raumfahrt sowie grosse Satellitenkonstellationen ausgelegt und soll direkt mit der Falcon 9 von SpaceX konkurrieren.
Börsengang und Zukunftspläne
August 2021: Rocket Lab ging durch eine SPAC-Fusion mit Vector Acquisition Corp. an die NASDAQ-Börse.
Zukunftspläne: Neben interplanetaren Missionen plant das Unternehmen den Bau eines Mondlanders für die NASA sowie eine mögliche Expansion in die bemannte Raumfahrt.