Info zu den vor dem Start von IFT-9 von SpaceX publizierten Flugzielen
Der neunte Flugtest von Starship ist neu für Mittwoch, den 28. Mai angesetzt. Das Startfenster öffnet um 01:30 Uhr Central Time (MEZ).
Ein Live-Webcast des Tests beginnt etwa 30 Minuten vor dem Start wird live auf SpaceX.com und auf X (@SpaceX) übertragen. Auch über die X TV-App kann der Stream verfolgt werden. Wie bei allen Entwicklungstests ist der Zeitplan dynamisch und kann sich kurzfristig ändern – bleiben Sie daher über diese Seite und unseren X-Kanal auf dem Laufenden.
Nach dem Verlust von Starship während des achten Flugtests wurden verschiedene Hardwaremodifikationen vorgenommen, um die Zuverlässigkeit zu verbessern. Die vollständige technische Untersuchung finden Sie hier.
Dieser Flug markiert den ersten Start einer wiederverwendeten Super Heavy-Rakete, die bereits beim siebten Testflug gestartet und erfolgreich zurückgekehrt ist. Neben dem Meilenstein der Wiederverwendung wird Super Heavy mehrere Experimente mitführen, die auf die Verbesserung von Leistung und Zuverlässigkeit zukünftiger Booster abzielen. Die Starship-Oberstufe wird erneut eine suborbitale Flugbahn fliegen und dabei erstmals Nutzlast aussetzen sowie verschiedene Wiedereintrittsexperimente durchführen, mit dem langfristigen Ziel, das Fahrzeug zum Startplatz zurückzubringen.
Super Heavy wurde für eine vollständige und schnelle Wiederverwendbarkeit konzipiert – künftige Versionen sollen mehrfach am Tag starten können. Nach dem Erstflug wurden umfangreiche Inspektionen durchgeführt, um die Einsatzfähigkeit der Hardware zu prüfen. Bekannte Einwegkomponenten wie ablative Hitzeschilde wurden ersetzt, jedoch bleibt ein Grossteil der ursprünglichen Hardware im Einsatz – darunter 29 der 33 Raptor-Triebwerke. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen zukünftige «Reflights» deutlich beschleunigen und mittelfristig den Wartungsaufwand zwischen den Flügen minimieren.
Zusätzlich werden bei diesem Test mehrere Flugexperimente durchgeführt, um reale Leistungsdaten für künftige Flugprofile und Notfallszenarien zu sammeln. Der Booster wird dafür eine Flugbahn Richtung Golf von Mexiko einschlagen und nicht zum Startplatz zurückkehren, um die Sicherheit der Startinfrastruktur zu gewährleisten.
Nach der Stufentrennung wird der Booster in eine kontrollierte Kippbewegung übergehen, bevor die Rückschubphase eingeleitet wird. Dies wird erreicht, indem Entlüftungsöffnungen im Hotstage-Adapter blockiert werden, sodass der Schub der Starship-Triebwerke den Booster gezielt in eine bestimmte Richtung lenkt. Frühere Tests basierten auf zufälligen Kippbewegungen infolge minimaler Schubdifferenzen. Die neue Methode ermöglicht eine effizientere Treibstoffnutzung und potenziell höhere Nutzlastkapazitäten.
Beim Abstieg wird der Booster versuchen, mit einem höheren Anstellwinkel zu fliegen, um durch erhöhten Luftwiderstand die Geschwindigkeit zu verringern und Treibstoff für die Landung zu sparen. Diese realen Flugdaten fliessen in die Entwicklung der nächsten Super Heavy-Generation ein.
In der Endphase der Landung werden neue Triebwerkskonfigurationen getestet. Eines der drei zentralen Triebwerke wird absichtlich abgeschaltet, um die Fähigkeit eines Ersatztriebwerks zur Kurskorrektur zu erproben. Der Booster soll dann nur mit zwei Triebwerken weiterfliegen, bevor er voraussichtlich zu einer gezielten Wasserlandung im Golf von Mexiko kommt.
Die Starship-Oberstufe wird ebenfalls mehrere neue Manöver durchführen, darunter den Einsatz von acht Starlink-Simulatoren, die in Grösse und Masse den kommenden Starlink-Satelliten ähneln. Diese werden auf der suborbitalen Bahn verbleiben und beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Zudem ist die Wiederzündung eines einzelnen Raptor-Triebwerks im All geplant.
Ein Schwerpunkt liegt auf Experimenten, die eine Rückkehr der Oberstufe zum Startplatz ermöglichen sollen. Dazu wurden gezielt Hitzeschutzkacheln entfernt, um kritische Fahrzeugbereiche beim Wiedereintritt zu testen. Auch verschiedene Metallkacheln, darunter eine Version mit aktiver Kühlung, werden erprobt. Zusätzlich wurden funktionale Fangvorrichtungen installiert, um deren strukturelle und thermische Belastbarkeit zu prüfen. Die gesamte Kachellinie erhielt eine geglättete, verjüngte Kante, um Wärmespitzen zu minimieren, die beim sechsten Test beobachtet wurden.
Das Wiedereintrittsprofil wurde so ausgelegt, dass es die Strukturgrenzen der Heckklappen in der Phase maximaler dynamischer Belastung gezielt herausfordert.
Entwicklungstests sind naturgemäss unvorhersehbar. Doch durch häufige Flüge unter realen Bedingungen können wir schnell lernen, technische Verbesserungen umsetzen und Starship Schritt für Schritt zu einem vollständig und schnell wiederverwendbaren Raumfahrtsystem weiterentwickeln.