Starlink ist das Satelliten-Internet-System des US-amerikanischen Unternehmens SpaceX. Es wurde entwickelt, um weltweiten Internetzugang bereitzustellen, insbesondere in ländlichen oder infrastrukturell unterversorgten Regionen. Das System basiert auf einer grossen Konstellation von kleinen Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn (LEO, aktuell 480–550 km Höhe), die über Laser-Links untereinander kommunizieren und Daten direkt an Bodenstationen oder die Endnutzer-Terminals, die sogenannten Starlink-Dishes, senden.
Aktuell befinden sich über 10.000 Satelliten im Orbit, und SpaceX plant, die Konstellation in den kommenden Jahren auf mehrere Zehntausend Satelliten auszubauen. Jeder Satellit wogen rund 260 kg, während die V2 Versionen je nach Veriante bis zu 800 kg Masse mitbringen. Die nächste Generation welche wesentlich leistungsfähiger sein wird hat eine Masse von fast 2'000 kg haben. Die Satelliten haben hat eine Lebensdauer von ca. 5 bis 7 Jahren und ist mit mehreren Antennen sowie einem Antrieb für Bahnkorrekturen ausgestattet. Die Kommunikation erfolgt im Ku- und Ka-Band, während die neueren Satelliten zusätzlich Laser-Links für die direkte Satelliten-zu-Satelliten-Kommunikation nutzen, um Daten unabhängig von Bodenstationen zu übertragen.
Die niedrige Umlaufbahn und die Verbindung über Laser sorgen für geringe Latenzzeiten, typischerweise zwischen 20 und 40 Millisekunden, deutlich niedriger als bei geostationären Satelliten. Das System ermöglicht damit nicht nur Internetzugang in abgelegenen Regionen, sondern eignet sich auch für Anwendungen, die geringe Verzögerungen erfordern, wie Videokonferenzen oder Online-Spiele.
Die Satelliten sind gelegentlich als Lichterkette am Nachthimmel zu sehen, wenn die gerade frisch gestartet wurden. Nachdem die Satelliten ihre definitife Position dann erreicht haben sind sie nicht mehr zu sehen.
Das Starlinksystem von SpaceX umfasst inzwischen über 10'000 Satelliten und arbeitet neben der dauernden Verbesserung der Systemleistung auch an den immer höher werdenden Sicherheitsanforderungen. Als eine wesentliche Massnahme ist dabei die Absenkung der Umlaufbahnen der Sateliten zu erwähnen. Im Laufe dieses Jahres werden die Umlaufbahnen von aktuell rund 550 km Höhe auf 480 km Höhe abgesenkt. Diese Massnahme soll die Sicherheit in der Erdumlaufbahn in mehrerlei Hinsicht erhöhen, dies hat Michael Nicolls angekündigt, der bei dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX für die Starlink-Technik verantwortlich ist.
Wie Nicolls erklärte, soll die niedrigere Umlaufbahn unter anderem dazu führen, dass Starlink-Satelliten nach Ende ihrer Einsatzzeit schneller abstürzen und in der Atmosphäre verglühen. Dafür sorgt der geringfügig höhere Widerstand der dort etwas dichteren Ausläufer der Erdatmosphäre. Selbst bei geringerer Aktivität der Sonne würden die Geräte dann nur noch wenige Monate ungenutzt um die Erde rasen, statt sonst über vier Jahre. Ferner gebe es in dieser Höhe deutlich weniger Weltraumschrott und die Zahl der dort geplanten Satelliten sei „signifikant“ geringer. Damit senke SpaceX also das Risiko einer Kollision mit potenziell katastrophalen Folgen („Kessler-Syndrom“).
Der Technikchef von Starlink verweist zusätzlich darauf hin, dass die eigenen Satelliten extrem zuverlässig seien, von über 10’000 im Erdorbit seien nur zwei „tot“. Erst Mitte Dezember hat das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk aber einen Satelliten bei einer Detonation von Komponenten des Satelliten verloren. Der Satellit hat demnach plötzlich vier Kilometer Höhe verloren und ist wohl in dutzende Teile zersplittert. Die bedeuten eine Gefahr für andere Satelliten, schlimmstenfalls können sie eine verheerende Kettenreaktion auslösen. Die jetzt geplante Verringerung des Orbits erfolgt aber zu kurzfristig, um eine Reaktion auf das Ereignis zu sein. Trotzdem dürfte der Schritt die Sicherheit merklich erhöhen.
Zusammenfassend zeigt Starlink, wie moderne Satellitenkonstellationen Internetzugang weltweit verfügbar machen können. Das System kombiniert hohe Startfrequenz, kontinuierliche technische Verbesserungen, Sicherheitsmassnahmen und innovative Laser-Kommunikation, um den Betrieb zuverlässig und zukunftssicher zu gestalten. Damit ist Starlink nicht nur ein Schritt in Richtung globaler Vernetzung, sondern auch ein wichtiger Baustein für die zunehmende kommerzielle und wissenschaftliche Nutzung des LEO-Orbits.

Erläuterungen zur Tabelle:
• Die erste Generation (V1 / V1.5) bildete die Grundlage des Netzwerks mit kleinen Satelliten (ca. 260–300 kg) und einer Kapazität von rund 20 Gbps pro Einheit.
• Die zweite Generation („Gen2“, oft als V2 Mini bezeichnet) ist deutlich leistungsfähiger, mit etwa 4× höherer Bandbreite und verbesserten Laser‑Verbindungen, die die Datenübertragung direkt zwischen Satelliten erleichtern.
• Die zukünftige Generation (V3 / Gen3) wird noch einmal einen grossen Sprung in der Leistung bringen: sie ist deutlich schwerer, für höhere Durchsatzraten ausgelegt und wird mit der Starship‑Rakete gestartet, um pro Start viel mehr Kapazität ins All zu bringen.
• SpaceX hat von der US‑Regulierungsbehörde FCC eine Genehmigung erhalten, den Starlink‑Netzwerk‑Ausbau mit zusätzlichen bis zu 15 000 Gen2‑Satelliten weiterzuführen, was die globale Abdeckung, Bandbreite und Zuverlässigkeit weiter steigert.
Das Starlink Angebot von SpaceX
Das Herzstück der Starlink-Anbindung beim Endkunden ist das Starlink-User-Terminal – oft als „Dish“ oder umgangssprachlich „Dishy“ bezeichnet. Dieses Gerät ist eine flache, rechteckige Antenne mit Phased-Array-Technologie, die entworfen wurde, um direkt mit den Starlink-Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) zu kommunizieren. Anders als konventionelle Satellitenschüsseln, die mechanisch ausgerichtet werden müssen, nutzt die Starlink-Antenne elektronisch steuerbare Strahlen (phased array). Durch gezielte Signalveränderung einzelner Elemente kann sie satelittengeführte Funkverbindungen ohne bewegliche Teile automatisch verfolgen und aufrechterhalten. Das ermöglicht ständige Anpassungen an die Position der Satelliten, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.
Die Starlink-Antenne hat ein relativ grosses Sichtfeld von etwa 110° und ist für den Betrieb unter freiem Himmel konzipiert – sie muss eine ungehinderte Sicht in den Himmel haben, um zuverlässig Verbindungen zu mehreren Satelliten gleichzeitig aufnehmen zu können. Die Geräte sind wetterfest nach IP67-Standards und arbeiten in einem weiten Temperaturbereich von etwa -30 °C bis +50 °C. Das Gewicht liegt bei rund 2,9 kg, und der Verbrauch im normalen Betrieb beträgt typischerweise zwischen 75 und 100 W.
Die Starlink-Antenne ist in der Regel kostenlos, sodass lediglich die Abonnementskosten von derzeit rund CHF 50.– pro Monat anfallen. Dies ist ungefähr gleich teuer wie ein Abo bei Swisscom. Die Geschwindigkeit ist bei Swisscom an Standorten mit Glasfaseranschluss meist noch höher. An allen übrigen Orten hat jedoch Starlink die Nase vorn und ist zudem auch dort verfügbar, wo nationale Anbieter keinen Zugang bieten können.
Die Installation erfolgt in der Regel selbstständig durch den Kunden: Die Antenne wird aufgestellt oder montiert, an den Strom angeschlossen, per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden und grob ausgerichtet. Die Software im Terminal übernimmt anschliessend das Tracking sowie die Optimierung der Verbindung zu den Satelliten automatisch. Die Herstellung solcher Phased-Array-Terminals in hohen Stückzahlen ist ein technologisch anspruchsvoller Prozess, den SpaceX gemeinsam mit Zulieferern wie STMicroelectronics skaliert hat, um täglich Zehntausende Terminals für Kunden weltweit zu produzieren.

Zum Starlink-Kit gehört ausserdem ein WLAN-Router (häufig als Gen-3-Router bezeichnet), der das vom Terminal empfangene Internetsignal im Haushalt verteilt. Diese Router unterstützen moderne WLAN-Standards wie Wi-Fi 6, bieten mehrere LAN-Anschlüsse (Ethernet) und sind mit gängigen Heimnetzwerken kompatibel. Je nach Version können zusätzliche Funktionen wie Mesh-Netzwerk-Unterstützung oder erweiterte Netzwerksicherheitsfunktionen enthalten sein.
Für spezielle Einsatzzwecke – etwa in Fahrzeugen, auf Schiffen oder in geschäftskritischen Umgebungen – bietet SpaceX angepasste Terminal- und Routerlösungen an. Diese verfügen teilweise über erhöhte Robustheit, Mobilfunk-Fallbacks (z. B. 4G/5G) oder erweiterte Montageoptionen. Solche Varianten sind jedoch speziell auf die jeweiligen Anforderungen ausgelegt und können deutlich höhere Kosten verursachen als das Standard-Heim-Kit.
Aktuell rüstet der Lufthansa Group alle seine Flugzeuge – einschliesslich jener von SWISS – mit Starlink-Antennen aus. Dadurch soll es künftig möglich sein, auch während des Fluges schnelles Internet für alle Passagiere bereitzustellen. Auf hoher See ist der Einsatz von Starlink bereits heute Standard: So stattet beispielsweise die Reederei Royal Caribbean ihre Schiffe mit Starlink-Antennen aus und ermöglicht den Passagieren den Zugang zu Kommunikation und Internet auf allen Weltmeeren. Auch im Bereich Yachting und Camping ist es mit den mobilen Starlink-Angeboten heute problemlos möglich, nahezu überall einen Internetzugang zu nutzen.
