Die Ariane 6 ist eine moderne, modulare und vielseitige europäische Trägerrakete, die als Nachfolger der Ariane 5 entwickelt wurde. Sie wird von der European Space Agency (ESA) und dem Unternehmen ArianeGroup gebaut und von Arianespace betrieben.

Die Rakete ist so konzipiert, dass sie eine breite Palette von Missionen abdecken kann, von der Aussetzung von Satelliten in geostationären Umlaufbahnen bis hin zu Erdbeobachtungs- oder Wissenschaftsmissionen. Sie ist eine expendable (nicht wiederverwendbare) Rakete und wird in zwei Varianten angeboten:
Ariane 62: Mit zwei Feststoffboostern (P120C), geeignet für leichtere Nutzlasten. Sie kann bis zu 10,3 Tonnen in eine geostationäre Transferbahn (GTO) bringen.
Ariane 64: Mit vier Feststoffboostern, für schwerere Lasten. Diese Variante schafft bis zu 21,6 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) oder 11,5 Tonnen in GTO.
 
Die Rakete besteht aus drei Stufen
Unterstufe (Main Stage): Angetrieben vom Vulcain 2.1-Triebwerk, das flüssigen Wasserstoff (LH2) und flüssigen Sauerstoff (LOX) als Treibstoff verwendet.
Oberstufe (Upper Stage): Das Vinci-Triebwerk, das ebenfalls LH2/LOX nutzt und mehrmals zündbar ist, was die Rakete flexibel für verschiedene Bahnen macht.
Booster: Die P120C-Feststoffbooster sorgen für den initialen Schub beim Start.
 
Die Gesamthöhe beträgt etwa 63 Meter, und die Rakete startet vom Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana. Sie ist als "heavy-lift" Rakete klassifiziert, obwohl sie nicht so leistungsstark ist wie Super-Heavy-Lift-Systeme wie die Space Launch System (SLS) der NASA, die Falcon Heavy und das Starship von SpaceX. Das Design zielt auf Kosteneffizienz ab, um mit Konkurrenz wie SpaceX' Falcon 9 mithalten zu können, und ermöglicht jährlich bis zu 10 Starts (vier institutionell, sechs kommerziell) ab 2027.
 
Die Geschichte der Ariane 6
Die Entwicklung der Ariane 6 begann in den frühen 2010er Jahren, um Europas unabhängigen Zugang zum Weltraum zu sichern und die alternde Ariane 5 zu ersetzen. Die ESA entschied sich 2014 offiziell für das Projekt, das von ArianeGroup (einem Joint Venture von Airbus und Safran) geleitet wird. Das Ziel war, eine kostengünstigere und flexiblere Rakete zu schaffen, die den wachsenden Wettbewerb im kommerziellen Raumfahrtmarkt bewältigen kann.
 
Frühe Phase des Projekts (2010–2014) 
Diskussionen über einen Nachfolger der Ariane 5 führten zur Konzeption einer modularen Rakete. Im Dezember 2014 wurde der Vertrag unterzeichnet.
Entwicklung und Verzögerungen (2015–2023): Die Arbeiten umfassten die Entwicklung neuer Triebwerke und Booster. Es gab Verzögerungen durch technische Herausforderungen, Lieferkettenprobleme und die COVID-19-Pandemie, was den geplanten Erstflug von 2020 auf 2024 verschob.
Der Erstflug (VA262) im Juli war erfolgreich und demonstrierte die Fähigkeiten der Rakete, obwohl es eine kleine Anomalie in der Oberstufe gab. Er trug mehrere Nutzlasten, darunter Satelliten und Experimente.
Weitere Flüge (2024–2025): Bis November 2025 hat die Ariane 6 bereits mehrere Starts absolviert, darunter den dritten Flug im August 2025, bei dem der Metop-SGA1-Satellit in eine polare Umlaufbahn gebracht wurde. Der erste kommerzielle Flug war ebenfalls erfolgreich und markierte einen Meilenstein für die europäische Raumfahrt.
 
Die Ariane 6 stellt einen wichtigen Schritt dar, um Europas Raumfahrtunabhängigkeit wiederherzustellen, insbesondere nach der Einstellung der Ariane 5 im Jahr 2023. Zukünftig soll sie für Missionen wie die der ESA, der EU und kommerzielle Kunden eingesetzt werden.
 
Kritik
Nachdem die Firma SpaceX nun seit über zehn Jahren mit der wiederverwendbaren und größeren Falcon 9 auf dem Markt ist, ist eine Rakete wie die Ariane 6 eigentlich in keiner Weise konkurrenzfähig. Ein Start mit der Ariane 6 kostet für Kunden etwa 120 Millionen Euro, was rund 30 bis 40 % teurer ist als ein Falcon-9-Start. Dies ist insofern vertretbar, als die Unabhängigkeit Europas ebenfalls einen gewissen Wert hat.
Dass jedoch jeder Start duch dies ESA Mitgliedstaaten (auch D, A, & CH) zusätzlich mit etwa 35 Millionen Euro subventioniert werden muss, ist aus Sicht der Steuerzahler inakzeptabel. Auch Schweizer Gelder fliessen auf diese Weise in eine veraltete Technologie.

Infomappe von Arianespace zu Amazon LEO als pdf - hier