Die Internationale Raumstation (ISS) ist ein gigantisches, künstlich geschaffenes Labor im All, das sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche befindet. Sie wurde als internationales Kooperationsprojekt ins Leben gerufen und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit führender Raumfahrtagenturen, darunter NASA (USA), Roskosmos (Russland), ESA (Europäische Weltraumorganisation), JAXA (Japan) und CSA (Kanada). Diese Zusammenarbeit ist ein Paradebeispiel für internationale Partnerschaft und Technologietransfer.

Aktuell (Juli 2026): Die jüngste Crew-Rotation auf der Internationalen Raumstation ISS fand im Juli 2026 statt. Den Auftakt machte am 14. Juli der Start der russischen Raumkapsel Soyuz MS-29 mit dem NASA-Astronauten Anil Menon sowie den beiden Roskosmos-Kosmonauten Pyotr Dubrov und Anna Kikina. Nach dem erfolgreichen Andocken übernahmen sie ihre Aufgaben als neue Langzeitbesatzung der ISS. Rund zwei Wochen später, am 26. Juli, kehrte die bisherige Soyuz-Crew mit Chris Williams, Sergey Kud-Sverchkov und Sergei Mikaev sicher zur Erde zurück. Mit ihrem Abflug begann offiziell die Expedition 75 der Internationalen Raumstation. Die nächste reguläre Besatzungsrotation ist derzeit für Mitte September mit dem Start der SpaceX-Mission Crew-13 vorgesehen.
Progress MS33 Cargofrachter angekommen.
Mit gut drei Monaten Verzögerung hat ROSCOSMOS am Nachmittag des 22. März eine Sojus 2-1-a mit dem Frachtmodul Progress MS33 zur ISS gestartet. Die Versorgungskapsel brachte Nachschub für Crew und Experimente in den Orbit.
(15. Februar 2026): NASA Crew 12 angekommen
Die NASA-Crew-12 ist sicher an der Internationale Raumstation angekommen und hat damit eine neue Langzeitmission im Erdorbit begonnen. Nach dem Start mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX dockte das Crew-Dragon-Raumschiff automatisch an der ISS an. An Bord begrüßte die bestehende Besatzung die vier Astronautinnen und Astronauten, die in den kommenden Monaten zahlreiche wissenschaftliche Experimente durchführen, Technik warten und den kontinuierlichen Betrieb der Raumstation sicherstellen werden. Die Mission ist Teil des kommerziellen Crew-Programms der NASA und unterstreicht die enge internationale Zusammenarbeit im All.
(Januar 2026): Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) holt die US-Raumfahrtbehörde NASA eine Astronautenbesatzung aufgrund eines gesundheitlichen Problemes vorzeitig zur Erde zurück.
Um 09:41 (MEZ) am 15. Januar 2026 ist Crew 11 sicher vor der Küste von Kalifornien gelandet. Die Dragon mit dem Namen Endeavour musste die Rückkehr zur Erde fast Monate vor dem eigentlich geplanten Termin antreten, da es auf der Space Station ISS zu einem, die Gesundheit eines Astronaten, betreffenden Zwischenfalls gekommen ist. Zum ersten Mal in der 25. Jährigen Geschichte der ISS musste eine Mission vorzeitig abgebrochen werden. Den genauen Grund wie auch den Gesundheitszustand und den Namen des Astronauten wurde bisher nicht bekannt gegeben. Die erkrankte Person sei in einem stabilen Zustand und wird nun auf der Erde genauer abgeklärt. Die sicher gelandete Crew bestehend aus den folgenden Astronauten:
Zena Cardman, Mission 73 Comander,
Mike Fincke,
Kimiya Yui und
Oleg Platonov.
Crew Aktuell - Expedition 75* NASA Link:
NASA Crew 12 -
Jessica Meir, Comander
NASA Crew 12 -
Jack Hathaway
NASA Crew 12 -
Sophie Adenot
NASA Crew 12 -
Andrey Fedyaev
Sojus MS-29 -
Pyotr Dubrov
Sojus MS-29 -
Anna Kikina
Sojus MS-29 -
Anil Menon
(* Die Langzeitmisssionen werden auf der ISS als «Expedition» bezeichnet und dauern in der Regel etwa ein halbes Jahr)
Die ISS ist zur Zeit das grösste und komplexeste von Menschenhand geschaffene Objekt im Weltraum. Sie hat sich als einzigartiges Zentrum für wissenschaftliche Forschung, Technologieentwicklung und den Austausch von Wissen etabliert. Ihre Nutzung bietet entscheidende Erkenntnisse in Bereichen wie Medizin, Physik, Materialwissenschaften und Biologie, insbesondere in der Schwerelosigkeit, die auf der Erde nicht zu reproduzieren ist. Seit ihrem ersten Bauabschnitt im Jahr 1998 ist die Station kontinuierlich gewachsen und wurde zu einem festen Bestandteil der Erdumlaufbahn.
Wichtige Fakten zur ISS:
Grösse und Ausmasse: Mit einer Länge von etwa 109 Metern ist die ISS ungefähr so gross wie ein Fussballfeld. Ihre Gesamtmasse beträgt rund 420.000 Kilogramm – das entspricht dem Gewicht eines mittelgrossen Flugzeugs.
Besatzung und Aufenthalt: Die Station wird dauerhaft von einer internationalen Besatzung betrieben, die aus 6 bis 7 Astronauten und Kosmonauten besteht, die regelmässig rotieren. Jeder Aufenthalt dauert mehrere Monate, was den Besatzungsmitgliedern die Möglichkeit gibt, an einer Vielzahl von Langzeitexperimenten und Forschungsprojekten zu arbeiten.
Wissenschaftliche Funktionen: Auf der ISS finden kontinuierlich wissenschaftliche Experimente aus einer breiten Palette von Disziplinen statt, einschliesslich Physik, Biologie, Medizin, Materialwissenschaften und Erderkundung. Experimente unter den Bedingungen der Mikrogravitation ermöglichen es, fundamentale physikalische Prozesse besser zu verstehen und neue Technologien zu entwickeln, die auch auf der Erde Anwendung finden könnten.
Energieversorgung durch Solarenergie: Die ISS wird überwiegend durch Solarzellen mit Energie versorgt, die das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Mit einer Gesamtfläche von etwa 2.500 m² sind die Solarpanele eine der grössten Energiequellen im All.
Modularer Aufbau: Die Station besteht aus über 15 miteinander verbundenen Modulen, die von den beteiligten Raumfahrtorganisationen gebaut und in den Orbit transportiert wurden. Diese Module umfassen Labore, Lagerräume, Schlafquartiere, Badezimmer und Freizeitbereiche. Der modulare Aufbau ermöglicht es, die ISS kontinuierlich zu erweitern und neue Technologien zu integrieren.
Orbit und Geschwindigkeit: Die ISS umkreist die Erde in einer Höhe von etwa 400 km mit einer Geschwindigkeit von ca. 28.000 km/h. Dies bedeutet, dass die Raumstation die Erde alle 90 Minuten umrundet und somit 16 Mal pro Tag über den Planeten fliegt.
Die ISS ist nicht nur ein herausragendes wissenschaftliches und technisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die friedliche Zusammenarbeit zwischen Nationen. Sie zeigt, wie unterschiedliche Länder ihre Ressourcen, ihr Wissen und ihre Expertise bündeln können, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und Lösungen für die globalen Herausforderungen der Zukunft zu finden.
Ihr Erfolg geht weit über die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus – er steht auch für den Wert der internationalen Zusammenarbeit, das Vertrauen zwischen den Nationen und die Möglichkeit, Konflikte hinter sich zu lassen, um die Menschheit auf eine gemeinsame Reise ins All zu führen. In diesem Sinne ist die ISS nicht nur ein Labor im Weltraum, sondern auch ein Zeichen des menschlichen Erfindungsgeistes und der globalen Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert.
Die Italienische ESA Astronautin Samantha Cristoforetti in der "Cupola" am Fotografieren
Auf einer neuen Website präsentieren zwei NASA Mitarbeiter Informationen zur ISS. Ben Feist und David Charney haben die Website unabhängig von der NASA entwickelt, einfach weil sie Freude daran haben gute Informationen ins Internet zu stellen. https://issinrealtime.org/