Woche vom 29. Juni bis 5. Juli 2026

Mit acht bis zehn geplanten Orbitalstarts zählt die Woche erneut zu den ereignisreichen des Raumfahrtjahres. Während SpaceX, Amazon und China den Ausbau ihrer Satellitenflotten mit hohem Tempo vorantreiben, könnte die Swift-Boost-Mission den Beginn einer neuen Ära markieren – einer Zeit, in der Satelliten und Weltraumteleskope nicht mehr aufgegeben, sondern im Orbit gewartet und ihre Einsatzdauer deutlich verlängert werden.

Den Auftakt macht am 29. Juni eine Falcon 9 von SpaceX, die vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral den Kommunikationssatelliten Sirius SXM-11 in den Orbit bringen soll. Der Satellit erweitert die Flotte des nordamerikanischen Satellitenradio-Anbieters SiriusXM und ersetzt ältere Einheiten, um den Radiodienst langfristig sicherzustellen.

Ebenfalls für den 29. Juni ist in Südkorea der Test einer neuen Feststoffrakete der Agency for Defense Development (ADD) vorgesehen. Über die Nutzlast ist nichts bekannt – im Mittelpunkt steht vielmehr die Erprobung der Trägerrakete selbst. Mit dem Programm verfolgt Südkorea das Ziel, seine unabhängigen Fähigkeiten zum Start eigener Satelliten weiter auszubauen.

Das wohl spannendste Ereignis der Woche folgt am 30. Juni. Vom Kwajalein-Atoll im Pazifik soll eine Pegasus XL mit der Mission Swift Boost starten. An Bord befindet sich die von Katalyst Space Technologies entwickelte Serviceraumsonde LINK, die das seit 2004 aktive Neil Gehrels Swift Observatory erreichen und an dieses ankoppeln soll. Anschliessend wird LINK die Umlaufbahn des Weltraumteleskops anheben und ihm so mehrere zusätzliche Betriebsjahre ermöglichen. Gelingt das Vorhaben, wäre es die weltweit erste kommerzielle Mission, die ein wissenschaftliches Weltraumteleskop im Orbit vor dem Verglühen rettet – ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Wartung und Lebensdauerverlängerung von Satelliten.

Ebenfalls gegen Ende Juni startet Rocket Lab von der neuseeländischen Halbinsel Mahia eine Electron-Rakete mit der Mission „The Grain Goddess Provides“. Sie transportiert einen weiteren Radarbeobachtungssatelliten des japanischen Unternehmens iQPS in eine sonnensynchrone Umlaufbahn. Damit wächst die Konstellation kontinuierlich zu einem global einsetzbaren Erdbeobachtungssystem heran.

Für den 1. Juli plant China den Start einer Langer Marsch 4C. Wie so häufig bei chinesischen Missionen wurden bislang keine Angaben zur Nutzlast veröffentlicht. Erfahrungsgemäss dürften Erdbeobachtungs-, wissenschaftliche oder militärische Satelliten an Bord sein.

Am 2. Juli könnte es besonders geschäftig werden. Gleich mehrere Trägerraketen sollen innerhalb weniger Stunden starten. SpaceX bringt mit einer weiteren Falcon 9 die nächste Charge Starlink-Satelliten in den Orbit und baut damit sein weltumspannendes Internetnetz weiter aus.

Nur wenig später soll eine Atlas V 551 der United Launch Alliance weitere Satelliten für Amazon Project Kuiper starten. Das Projekt entwickelt sich zunehmend zum grössten Konkurrenten von Starlink und soll in den kommenden Jahren ein eigenes globales Satelliten-Internet aufbauen.

Auch China plant an diesem Tag den Start einer Langer Marsch 8A, wiederum mit einer bislang nicht bekannt gegebenen Nutzlast.

Das hohe Starttempo setzt sich am 3. Juli fort. Erneut soll eine Falcon 9 weitere Starlink-Satelliten in den Orbit bringen – inzwischen beinahe Routine, aber zugleich Ausdruck der beeindruckenden Startfrequenz von SpaceX.

Der 4. Juli bleibt voraussichtlich etwas ruhiger. Zwar wird in China ein weiterer Orbitalstart erwartet, doch wurden bislang weder Startort noch Nutzlast offiziell bestätigt.

Den wissenschaftlichen Höhepunkt der Woche bildet schliesslich der 5. Juli. Die japanische Raumsonde Hayabusa2, die bereits erfolgreich Proben des Asteroiden Ryugu zur Erde brachte, wird den Asteroiden Torifune in nur wenigen Kilometern Entfernung passieren. Während des Vorbeiflugs sollen hochauflösende Bilder und Messdaten gewonnen werden, um Form, Rotation und Oberflächenbeschaffenheit des Himmelskörpers zu untersuchen. Die Beobachtungen dienen zugleich als Vorbereitung für das eigentliche Langzeitziel der Mission: den nur rund 30 Meter grossen Asteroiden 1998 KY26, den Hayabusa2 im Jahr 2031 erreichen soll.

 

Woche vom 22. bis 28. Juni 2026

Am 23. Juni will China vom Raumfahrtzentrum Wenchang auf der Insel Hainan eine Langer-Marsch-7A-Rakete starten. Wie bei vielen chinesischen Missionen wurden über die Nutzlast bislang keine Einzelheiten veröffentlicht. Die Langer-Marsch 7A hat sich in den vergangenen Jahren als zuverlässiger Träger für Kommunikations- und militärische Satelliten bewährt und spielt eine wichtige Rolle beim weiteren Ausbau der chinesischen Weltrauminfrastruktur.

Am 25. Juni soll von der neuseeländischen Mahia-Halbinsel eine Electron-Rakete des Unternehmens Rocket Lab zur Mission LOXSAT-1 abheben. Die Electron ist inzwischen einer der bedeutendsten Träger für Kleinsatelliten und wird regelmässig für wissenschaftliche, kommerzielle und technologische Missionen eingesetzt. Mit LOXSAT-1 setzt sich der Trend zu immer kleineren, kostengünstigeren und zugleich leistungsfähigeren Satellitensystemen weiter fort.

Besonders grosse Aufmerksamkeit richtet sich jedoch auf das Starship-Programm von SpaceX. Nach dem zwölften Testflug Ende Mai laufen die Vorbereitungen für Starship Flight 13 bereits auf Hochtouren. Für diese Mission sind die Oberstufe Ship 40 und der Booster 20 vorgesehen. Beide Fahrzeuge haben wichtige Tests bereits absolviert und stehen nun vor weiteren Triebwerks- und Betankungstests. Flight 13 soll nach aktuellen Planungen der zweite Flug der neuen Starship-V3-Generation werden und möglicherweise erstmals einen vollständigen Erdorbit erreichen, bevor die Oberstufe kontrolliert wieder in die Atmosphäre eintritt.

Gleichzeitig sollen die Probleme untersucht werden, die beim vorherigen Flug zu mehreren Triebwerksausfällen des Boosters geführt haben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verlangt deshalb zunächst den Abschluss einer Unfalluntersuchung, bevor eine neue Starterlaubnis erteilt wird. Diese Genehmigung dürfte jedoch in Kürze folgen, sodass ein Start noch im Juli als wahrscheinlich gilt.

Noch spannender sind die Perspektiven für Starship Flight 14. Nach Aussagen von SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell wird dieser Flug voraussichtlich wenige Wochen nach Flight 13 stattfinden. Flight 14 könnte die erste Mission werden, bei der die neue Starship-V3-Oberstufe nach dem Wiedereintritt nicht mehr im Ozean wassern muss, sondern erstmals zur Starbase in Texas zurückkehrt und dort von den riesigen Fangarmen des Startturms aufgefangen wird. Damit würde SpaceX einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung eines vollständig wiederverwendbaren Transportsystems machen – eine Schlüsseltechnologie sowohl für künftige Mondmissionen im Rahmen des Artemis-Programms als auch für die langfristigen Pläne einer bemannten Marsmission.

Auch in Europa richtet sich die Aufmerksamkeit weiterhin auf das deutsche Unternehmen Isar Aerospace. Nach mehreren Verschiebungen des zweiten Testflugs der Rakete Spectrum arbeiten die Ingenieure weiterhin an technischen Verbesserungen. Ein neuer Starttermin wurde bislang nicht bekanntgegeben, doch die Mission gilt weiterhin als eines der bedeutendsten europäischen Raumfahrtprojekte des Jahres.

 

Woche vom 15. bis 21. Juni 2026

Zu Beginn der Woche sind mehrere Raketenstarts geplant. Am 15. Juni soll eine chinesische Kinetica-1-Rakete mit einer bislang nicht näher benannten Nutzlast starten. Am selben Tag ist ausserdem ein Start einer Falcon-9-Rakete von SpaceX mit weiteren Starlink-Satelliten von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien vorgesehen.

Besonders dicht wird es am 17. Juni: China plant an diesem Tag gleich zwei weitere Missionen mit einer Long March 3B und einer Long March 12. Ausserdem soll die neue europäische Trägerrakete Ariane 64 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana den dritten Satz von Amazons Kuiper-Satelliten ins All bringen. Dieser Start gilt als eines der wichtigsten europäischen Raumfahrtereignisse der Woche.

Auf der Internationalen Raumstation ISS stehen weiterhin wissenschaftliche Experimente aus den Bereichen Medizin, Materialforschung und Biologie auf dem Programm. Die Besatzung arbeitet zudem an der Auswertung von Fracht und Experimenten, die mit der jüngsten Versorgungsmission zur Station gelangt sind. Die ISS bleibt damit auch ohne Aussenbordeinsatz ein wichtiger Schauplatz der bemannten Raumfahrt.

Grosse Aufmerksamkeit erhält derzeit auch das Artemis-Programm der NASA. In der vergangenen Woche wurden die Weichen für Artemis III gestellt. Artemis III wurde stark verändert. Statt einer ersten Mondlandung dient die Mission nun als Testflug im Erdorbit, bei dem zentrale Technologien wie Docking-Manöver, Landefähren und neue Raumanzüge erprobt werden. Hintergrund sind technische Verzögerungen bei wichtigen Systemen, insbesondere bei den Mondlandemodulen. Die erste bemannte Mondlandung verschiebt sich dadurch auf Artemis IV, die derzeit für 2028 geplant ist.
Die Besatzung, welche für Artemis III geplant ist, wurde am 9. Juni 2026 angekündigt. Sie besteht aus: Randy Bresnik, Kommandant (3. Raumflug; USA/NASA), Luca Parmitano, Pilot (3. Raumflug; Italien/ESA), Francisco Rubio, Missionsspezialist (2. Raumflug; USA/NASA) uns Andre Douglas, Missionsspezialist (1. Raumflug; USA/NASA).

Daneben bereitet die NASA eine aussergewöhnliche Rettungsmission für das Weltraumteleskop Swift vor. Ein spezieller Servicing-Satellit soll in den kommenden Wochen starten und das durch Bahnverlust gefährdete Observatorium auf eine höhere Umlaufbahn anheben. Die Vorbereitungen für dieses Projekt laufen derzeit auf Hochtouren und werden von vielen Experten als wichtiger Test für zukünftige Wartungsmissionen im All betrachtet.

Woche vom 8. bis 14. Juni 2026

Die laufende Woche wird zu einer der geschäftigsten des Jahres. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Raketenstarts, insbesondere durch SpaceX, welche innerhalb weniger Tage mehrere Falcon-9-Missionen zum Ausbau seines Starlink-Satellitennetzwerks startet. Neben den amerikanischen Aktivitäten sind auch China und Japan mit eigenen Starts vertreten. China bereitet Missionen mit den Trägerraketen ZhuQue-2E und Langer Marsch 5 vor, während Japan einen weiteren Flug seiner neuen H3-Rakete durchführt. Ergänzt wird das Startprogramm durch eine suborbitale Forschungsmission mit einer Electron-Rakete.
Auf der Internationalen Raumstation ISS verläuft der Betrieb in dieser Woche vergleichsweise ruhig. Es sind keine bemannten An- oder Abflüge vorgesehen, sodass sich die internationale Besatzung ganz auf wissenschaftliche Experimente konzentrieren kann. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören Untersuchungen in den Bereichen Medizin, Biologie und Materialwissenschaften, deren Ergebnisse sowohl für zukünftige Langzeitmissionen als auch für Anwendungen auf der Erde von Bedeutung sind.
Auch die Vorbereitungen für die nächste Phase der bemannten Erforschung des Mondes gehen weiter. Nachdem Artemis II seinen Flug erfolgreich absolviert hat, konzentrieren sich die beteiligten Raumfahrtagenturen nun auf die kommenden Schritte des Artemis-Programms. Langfristiges Ziel bleibt die Rückkehr von Astronautinnen und Astronauten auf die Mondoberfläche sowie der Aufbau einer dauerhaften Infrastruktur im Mondorbit und auf dem Mond selbst. Parallel dazu blickt die Europäische Weltraumorganisation ESA auf ein besonders ambitioniertes Jahr 2026 und erwartet eine Rekordzahl von Missionen und Satellitenstarts.
Im wissenschaftlichen Bereich finden mehrere internationale Fachkonferenzen statt, auf denen Forschende aktuelle Ergebnisse aus Astronomie, Astrophysik und Weltraumforschung präsentieren. Ein weiteres Thema, das zunehmend Aufmerksamkeit erhält, ist die planetare Verteidigung. Neue Konzepte für den Einsatz autonomer Raumsonden zur Untersuchung und möglichen Abwehr erdnaher Asteroiden werden intensiv diskutiert und könnten in den kommenden Jahren die Grundlage zukünftiger Missionen bilden.
Auch für Himmelsbeobachter bietet die Woche interessante Ereignisse. Besonders auffällig ist die enge Begegnung von Venus und Jupiter am Morgenhimmel. Zudem ergeben sich gute Beobachtungsmöglichkeiten für Merkur sowie für den Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules. Gegen Ende der Woche sorgt eine seltene Konstellation von Venus, Jupiter und Merkur für einen zusätzlichen Blickfang.

 

Woche vom 1. bis 7. Juni 2026

Die erste Juniwoche verspricht einige interessante Entwicklungen in der Raumfahrt, auch wenn keine spektakulären Missionen auf dem Programm stehen. Stattdessen prägen Raketenstarts, wissenschaftliche Forschung im Sonnensystem und die fortschreitende Kommerzialisierung des Erdorbits das Geschehen.
Bereits am 1. Juni ist in Südkorea ein Testflug einer Feststoffrakete vorgesehen. Die Mission dient der Weiterentwicklung nationaler Trägersysteme und soll wichtige Erkenntnisse für zukünftige militärische und zivile Raumfahrtprojekte liefern. Solche Tests verdeutlichen, dass neben den etablierten Raumfahrtnationen zunehmend auch weitere Nationen ihre eigenen Startkapazitäten ausbauen.
In den folgenden Tagen richtet sich der Blick vor allem auf die Vereinigten Staaten. Für den 3. Juni ist ein weiterer Start einer Falcon-9-Rakete von SpaceX geplant, die eine neue Gruppe von Starlink-Satelliten in den Erdorbit bringen soll. Nur einen Tag später könnte eine weitere Falcon-9-Mission von Kalifornien aus starten, ebenfalls zur Erweiterung des Starlink-Netzwerks. Diese regelmässigen Starts sind inzwischen ein fester Bestandteil der Raumfahrt geworden und zeigen, wie stark der Ausbau globaler Satellitenkonstellationen voranschreitet. Ziel des Starlink-Programms ist es, weltweit breitbandigen Internetzugang bereitzustellen, insbesondere in Regionen mit bislang schlechter Infrastruktur.
Auch die wissenschaftliche Erforschung des Sonnensystems macht in dieser Woche Fortschritte. Am 3. Juni erreicht die NASA-Sonde Juno ihren 84. nahen Vorbeiflug am Jupiter. Seit ihrem Eintritt in die Umlaufbahn des Gasriesen untersucht die Sonde dessen Atmosphäre, Magnetfeld und innere Struktur. Die dabei gewonnenen Daten tragen wesentlich zum Verständnis der Entstehung und Entwicklung der Planeten unseres Sonnensystems bei.
Ein besonderer Höhepunkt wird für den 7. Juni erwartet. An diesem Tag soll die chinesische Tiefraumsonde Tianwen-2 ihr erstes grosses Ziel erreichen: den erdnahen Asteroiden 469219 Kamoʻoalewa. Geplant ist das Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper, um ihn detailliert zu untersuchen und später möglicherweise Proben zu entnehmen. Die Mission gilt als wichtiger Schritt für Chinas wachsende Ambitionen in der planetaren Forschung. Langfristig soll die Sonde nach dem Besuch des Asteroiden ihre Reise fortsetzen und weitere wissenschaftliche Ziele im Sonnensystem ansteuern.
Insgesamt zeigt die Woche vom 1. bis 7. Juni 2026 beispielhaft die Vielfalt der modernen Raumfahrt. Während kommerzielle Unternehmen wie SpaceX den erdnahen Raum mit Satellitenmissionen prägen, treiben staatliche Raumfahrtagenturen wissenschaftliche Projekte zu den grossen Planeten und kleinen Himmelskörpern des Sonnensystems voran. Zugleich wird deutlich, dass immer mehr Nationen eigene Raumfahrtprogramme entwickeln und damit zur zunehmenden Internationalisierung der Raumfahrt beitragen.


 

Woche vom 25. bis 31. Mai 2026

Aktuell: Am 28. Mai ereignete sich in Cape Canaveral eine schwere Explosion der neuen New-Glenn-Rakete von Blue Origin. Die Schwerlastrakete explodierte bei einem Test auf der Startrampe während eines sogenannten Static-Fire-Tests auf dem Startgelände LC-36. Bei diesem Test werden die Triebwerke der Rakete gezündet, während sie weiterhin auf der Startrampe befestigt bleibt. Wenige Sekunden nach der Zündung der sieben BE-4-Triebwerke kam es zu einer gewaltigen Explosion. Ein großer Feuerball und dichte Rauchwolken waren über dem Startkomplex sichtbar, die Druckwelle war noch in größerer Entfernung zu spüren. Verletzt wurde nach Angaben des Unternehmens niemand.
Die New-Glenn-Rakete zählt mit einer Höhe von rund 98 Metern zu den größten modernen Trägerraketen der Welt. Sie wurde entwickelt, um schwere Satelliten und Raumfahrtmissionen zu transportieren und langfristig mit den Raketen von SpaceX zu konkurrieren. Besonders wichtig ist dabei die wiederverwendbare erste Raketenstufe, die die Startkosten senken soll. Der betroffene Startplatz LC-36 besitzt eine lange Geschichte in der amerikanischen Raumfahrt und wurde von Blue Origin speziell für das New-Glenn-Programm modernisiert.
Die Explosion stellt einen schweren Rückschlag für Blue Origin dar. Geplante Missionen dürften sich deutlich verzögern, während Experten nun die genaue Ursache des Unglücks untersuchen. Vermutet werden technische Probleme im Bereich der Triebwerke oder der Treibstoffversorgung. Der Vorfall zeigt erneut, wie komplex und risikoreich die Entwicklung moderner Schwerlastraketen trotz großer technischer Fortschritte weiterhin ist.
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Die Raumfahrtwoche steht weiterhin ganz im Zeichen des zwölften Testflugs des Starship-Systems von SpaceX. Zwar sind in den kommenden Tagen mehrere Falcon-9-Missionen zum weiteren Ausbau des Starlink-Netzwerks geplant, und auch China bereitet seine nächste bemannte Mission zur Raumstation Tiangong vor. Dennoch richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Raumfahrtbeobachter nach wie vor auf die Ergebnisse von Starship Flight 12 und deren Bedeutung für die weitere Entwicklung des Programms.
Der Starship Integrated Flight Test (IFT) 12 vom 22. Mai beherrscht auch Tage nach dem Start die Schlagzeilen. Der Flug markierte einen wichtigen Meilenstein, da erstmals die umfassend überarbeitete V3-Generation des Systems zum Einsatz kam. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen die leistungsstärkeren Raptor-3-Triebwerke, umfangreiche strukturelle Änderungen an Oberstufe und Booster sowie zahlreiche Optimierungen mit Blick auf eine künftig vollständige Wiederverwendbarkeit und deutlich höhere Nutzlastkapazitäten. Darüber hinaus erfolgte der Start erstmals von der neuen zweiten Startrampe in Starbase, Texas – ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer deutlich höheren Startfrequenz.
Der Erfolg des Systems zeigt sich auch deutlich am Zustand des Starships nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Abnutzung der Hitzeschildkacheln ist inzwischen nur noch marginal, sodass eine Wiederverwendung in naher Zukunft möglich sein wird. Dies war bei bisherigen Systemen, insbesondere beim Space Shuttle, nicht möglich. Rückblickend könnte Flight 12 als einer der bedeutendsten Starship-Flüge seit Beginn des Programms in die Geschichte eingehen. Während die frühen Testmissionen vor allem darauf ausgerichtet waren, grundlegende Flugphasen wie Start, Stufentrennung oder Wiedereintritt zu demonstrieren, diente IFT-12 erstmals der Erprobung einer Konfiguration, die den Anforderungen zukünftiger Einsatzmissionen deutlich näherkommt. Besonderes Augenmerk lag auf neuen Systemen für den Orbitalbetrieb, der späteren Treibstoffübertragung im All sowie dem Aussetzen von Satelliten. Die während dieses Fluges gewonnenen Erkenntnisse werden unmittelbaren Einfluss auf die Planung von Flight 13 und auf die weitere Vorbereitung der Starship-Versionen haben, die im Rahmen des Artemis-Programms der NASA zum Einsatz kommen sollen.
Die enorme Menge an Telemetrie- und Testdaten, die während IFT-12 gesammelt wurde, wird in die Entwicklung der kommenden Fahrzeuge einfliessen. Auch das von einem ausgesetzten Testsatelliten gemachte Bild von Ship 39 demonstriert die bisher noch nie dagewesene Datenlage. Schritt für Schritt bewegt sich Starship damit von der reinen Erprobungsphase hin zu einem regulären operativen System. Flight 12 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die neue V3-Generation grundsätzlich funktionsfähig ist und dass die Entwicklung nach den Rückschlägen der vergangenen Jahre wieder deutlich an Dynamik gewonnen hat. Besonders positiv bewerten Experten auch die erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Startanlage. Da sowohl die Infrastruktur als auch die neue Fahrzeuggeneration wichtige Meilensteine erreicht haben, dürfte Flight 13 bereits in den kommenden Wochen vorbereitet werden.
Parallel dazu setzt SpaceX seine aussergewöhnlich hohe Startkadenz fort. Von Florida und Kalifornien aus sind weitere Falcon-9-Missionen mit Starlink-Satelliten vorgesehen. Diese Starts wirken inzwischen beinahe routinemässig, bilden jedoch einen zentralen Bestandteil der langfristigen Unternehmensstrategie. Die globale Starlink-Konstellation wächst kontinuierlich und entwickelt sich zunehmend zum wirtschaftlichen Rückgrat von SpaceX. Gleichzeitig laufen an Bord der Internationalen Raumstation weiterhin zahlreiche wissenschaftliche Experimente, während die Dragon-Versorgungskapsel der Mission CRS-34 noch an der ISS angedockt bleibt und die Besatzung mit Nachschub sowie Forschungsausrüstung versorgt.
Auch China dürfte in dieser Woche erneut für Aufmerksamkeit sorgen. Die Vorbereitungen für die nächste bemannte Mission zur Raumstation Tiangong laufen auf Hochtouren. Das chinesische Raumfahrtprogramm verfolgt weiterhin einen bemerkenswert konsequenten Ausbau seiner Fähigkeiten im erdnahen Orbit. Langzeitaufenthalte von Astronauten, medizinische Forschung unter Schwerelosigkeit sowie die Vorbereitung zukünftiger Mondmissionen stehen dabei im Mittelpunkt. Mit dem kontinuierlichen Ausbau seiner Infrastruktur entwickelt sich China zunehmend zu einem zweiten globalen Schwergewicht der bemannten Raumfahrt neben den USA und verfügt inzwischen über nahezu alle Schlüsseltechnologien für eigenständige Missionen im Erdorbit und darüber hinaus.

 

Woche vom 18. bis 24. Mai 2026

Während Europa in dieser Woche eher im Hintergrund bleibt, zeigen China und die USA als Raumfahrtnationen sehr deutlich, wie unterschiedlich ihre Strategien inzwischen geworden sind: SpaceX treibt die vollständige Wiederverwendbarkeit und den Kurs Richtung Mars voran, während China sich auf den systematischen Ausbau seiner eigenen unabhängigen Infrastruktur im Orbit und darüber hinaus konzentriert.
Bei SpaceX richtet sich praktisch die gesamte Aufmerksamkeit auf den geplanten ersten Flug der neuen Starship-Generation V3. Der Start ist derzeit für den 20. Mai um 0:30 Uhr Schweizer Zeit angesetzt und wäre der zwölfte Starship-Test insgesamt, zugleich aber der erste Flug der massiv überarbeiteten Version 3 des Systems. V3 ist die grösste und schwerste jemals gebaute Rakete und verfügt über leistungsfähigere Raptor-Triebwerke, ein überarbeitetes Hot-Staging-System, grössere Steuerflächen am Booster sowie Hunderte weiterer Änderungen, die später orbitales Betanken und Langzeitmissionen zum Mond und Mars ermöglichen sollen. Geplant ist ausserdem ein Test mit simulierten Starlink-Satelliten. Anders als bei einigen früheren Flügen soll diesmal kein Booster-Catch versucht werden; stattdessen soll der Booster kontrolliert im Golf von Mexiko wassern.
Gerade dieser Starship-Flug gilt in der Branche als enorm wichtig, weil SpaceX damit zeigen will, dass das System nach den bisherigen Testphasen in eine stabilere Entwicklungsstufe übergeht. Elon Musks langfristiges Ziel bleibt unverändert: ein vollständig wiederverwendbares Schwerlastraumschiff, das so häufig starten kann wie ein Verkehrsflugzeug. Viele Analysten sehen deshalb in dieser Woche einen möglichen Wendepunkt für das gesamte Starship-Programm. Auch auf Reddit und in Raumfahrtforen wird derzeit kaum ein anderes Thema so intensiv diskutiert. Besonders die Kombination aus neuer Hardwaregeneration und dem modernisierten Startplatz „Pad 2“ weckt grosse Erwartungen.
Parallel dazu läuft bei SpaceX weiterhin die routinemässige Versorgung der Internationalen Raumstation ISS – und gerade diese Gleichzeitigkeit zeigt die enorme operative Breite des Unternehmens. Die Mission CRS-34 brachte Mitte Mai rund 6.500 Pfund Versorgungsgüter, wissenschaftliche Experimente und neue Hardware zur ISS. Dragon transportiert unter anderem Experimente zur Knochenforschung, zu Blutveränderungen im All und zur Weltraumstrahlung. Bemerkenswert ist dabei auch die hohe Wiederverwendungsrate: Die eingesetzte Dragon-Kapsel flog bereits zum sechsten Mal. Der Falcon-9-Booster landete erneut erfolgreich nach dem Start.
China verfolgt dagegen einen stärker staatlich orchestrierten, inzwischen aber ebenfalls sehr ambitionierten Kurs. Die wichtigste chinesische Aktivität der Woche ist die laufende Versorgung der Raumstation Tiangong durch den Frachter Tianzhou-10. Das Raumschiff dockte wenige Tage zuvor erfolgreich an die Station an und brachte fast sieben Tonnen Material in den Orbit – darunter wissenschaftliche Nutzlasten, Treibstoff, Versorgungsgüter und einen neuen Raumanzug für Aussenbordeinsätze.
Interessant ist dabei weniger der einzelne Flug als die strategische Entwicklung dahinter. China betreibt inzwischen ein vollständig eigenständiges bemanntes Raumfahrtsystem: eine eigene Raumstation, eigene Trägerraketen, eigene Frachter und eigene Crewkapseln. Die Tiangong-Station arbeitet mittlerweile beinahe mit der Routine, die früher nur die ISS besass. Während westliche Beobachter einzelne chinesische Missionen früher oft als isolierte Prestigeprojekte betrachteten, erkennt man inzwischen ein langfristig angelegtes Infrastrukturprogramm. Diese Woche ist ein gutes Beispiel dafür: Tianzhou-10 liefert nicht nur Versorgungsgüter, sondern unterstützt fortlaufende wissenschaftliche Arbeiten und die Vorbereitung späterer Missionen.
Hinzu kommt, dass China parallel seine Startfrequenz weiter erhöht. Für den Wochenbeginn wird ausserdem ein Long-March-8-Start mit Satelliten der SpaceSail-Konstellation erwartet. Dahinter steht Chinas Versuch, eine eigene grosse Satelliteninternet-Infrastruktur aufzubauen – gewissermassen ein Gegenstück zu Starlink.
Auch im Hintergrund laufen mehrere grössere chinesische Projekte weiter, die 2026 entscheidend werden könnten. Besonders wichtig sind die Vorbereitungen für Chang’e-7, die Mission zum Südpol des Mondes, sowie Tianwen-2, eine Asteroidenmission mit Probenrückführung. China arbeitet damit gleichzeitig an Mondforschung, Raumstation, Satellitenkonstellationen und Deep-Space-Missionen – ein Umfang, der noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.

 

 

Woche vom 11. bis 17. Mai 2026

Die Woche wird eine der den spannendsten Raumfahrtwochen des Jahres. Zahlreiche internationale Missionen stehen bevor, doch im Mittelpunkt des weltweiten Interesses steht vor allem der geplante zwölfte integrierte Starship-Testflug von SpaceX. Neben mehreren amerikanischen Missionen werden auch in China und Europa bedeutende Raumfahrtprojekte vorbereitet.

Das dominierende Ereignis der Woche sind jedoch die Startvorbereitungen für den Starship Flight Test 12, kurz IFT-12. Nach aktuellem Stand ist der Starttermin der 19. Mai 2026 (20. Mai 2026, 00:30 Uhr Schweizer Zeit). Der Countdown kann auch auf der Website von SpaceX verfolgt werde - > Hier.
IFT-12 gilt als einer der wichtigsten Starship-Testflüge überhaupt. Erstmals zum Einsatz kommt die neue Starship-Version 3 mit verbesserten Systemen und neuen Raptor-3-Triebwerken. Zudem könnte erstmals ein neuer Startplatz in Starbase genutzt werden. Geplant sind umfangreiche Tests der Steuerungssysteme, der Hitzeschutzkacheln sowie weiterer Technologien für künftige Mond- und Marsmissionen. Damit wird am kommenden Dienstag die stärkste und grösste neue Rakete der Geschichte zum ersten Mal gestartet.

Der Ablauf der Mission sieht vor, dass das komplette Starship-System von Starbase startet und sich wenige Minuten später in Booster und Ship trennt. Anschliessend soll der Super-Heavy-Booster zur Startrampe zurückkehren, wo erneut ein Fangversuch mit den sogenannten „Chopsticks“ geplant ist. Das Starship selbst soll einen orbitalen beziehungsweise suborbitalen Flug absolvieren, später über dem Indischen Ozean wieder eintreten und kontrolliert wassern.Bereits zu Beginn der Woche plant China den Start der Versorgungsmission Tianzhou-10 zur chinesischen Raumstation Tiangong. Mit einer Long March 7 sollen Versorgungsgüter, wissenschaftliche Experimente und Treibstoff ins All gebracht werden. Die Mission ist ein weiterer wichtiger Schritt im Ausbau des chinesischen Raumfahrtprogramms und der langfristigen Nutzung der Raumstation.

Weiter plant SpaceX plant mit einer Falcon 9 den Start der Mission CRS-34 zur Internationalen Raumstation ISS. Die Dragon-Kapsel transportiert wissenschaftliche Experimente, Ersatzteile und Versorgungsgüter zur Besatzung der Raumstation. Parallel dazu ist mit NROL-172 eine weitere geheime Mission des amerikanischen National Reconnaissance Office vorgesehen. Dabei sollen vermutlich militärische Aufklärungs- oder Starshield-Satelliten gestartet werden.

Auch Europa beteiligt sich mit einer wichtigen wissenschaftlichen Mission am Raumfahrtgeschehen dieser Woche. Die ESA plant den Start der Mission SMILE mission mit einer Vega-C-Rakete aus Kourou in Französisch-Guayana. Ziel der Mission ist die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Sonnenwind und Magnetfeld der Erde.

Neben diesen Grossereignissen werden während der Woche weitere kleinere Satellitenstarts, zusätzliche Starlink-Missionen sowie wissenschaftliche Aktivitäten an Bord der Internationalen Raumstation erwartet.

 

Woche vom 4. bis 10. Mai 2026

Zum Tod von Bruno Stanek. Raumfahrtfans in der Schweiz verlieren mit ihm eine prägende Stimme der Wissenschaftskommunikation. Der Mathematiker, Autor und langjährige Fernsehmoderator verstarb am 5. Mai 2026 im Alter von 82 Jahren in Arth SZ.
Bekannt wurde Stanek vor allem durch seine Live-Kommentierung der ersten Mondlandung von Apollo 11 im Schweizer Fernsehen. Mit fachlicher Präzision und spürbarer Begeisterung brachte er Millionen Menschen die Faszination der Raumfahrt näher. Über Jahrzehnte erklärte er komplexe wissenschaftliche Themen verständlich und inspirierte Generationen für Astronomie und Technik.
Neben seiner Tätigkeit als TV-Experte prägte Stanek mit Büchern, Vorträgen und der Sendereihe Neues aus dem Weltraum die populärwissenschaftliche Landschaft im deutschsprachigen Raum. Auch später blieb er der Raumfahrt verbunden und kommentierte unter anderem Missionen des Schweizer Astronauten Claude Nicollier.
Bruno Stanek verband wissenschaftliche Kompetenz mit der seltenen Fähigkeit, Staunen zu vermitteln. Sein Engagement machte den Weltraum für viele Menschen greifbar. Sein Name bleibt eng mit der Geschichte der Schweizer Raumfahrtberichterstattung verbunden. Hier einige Sendungen mit Bruno Stanek -> Link, SRF Play.

Die Woche vom 4. bis 10. Mai 2026 zeigt eindrucksvoll, wie stark sich die internationale Raumfahrt verändert hat. Private Unternehmen wie SpaceX dominieren inzwischen grosse Teile des operativen Geschäfts im Erdorbit, während staatliche Raumfahrtagenturen ihren Fokus zunehmend auf langfristige Explorationsprogramme und wissenschaftliche Grossprojekte richten. Mit hoher Startfrequenz, konsequenter Wiederverwendbarkeit und ambitionierten Zukunftsplänen treibt vor allem SpaceX die Entwicklung der Raumfahrt mit enormer Geschwindigkeit voran. Viele Experten sprechen bereits vom Beginn einer neuen Ära, in der regelmässige Raketenstarts, private Raumfahrtsysteme sowie konkrete Mond- und Marsmissionen zur Normalität werden.

Bereits zu Wochenbeginn zeigt sich die inzwischen beinahe industrielle Routine, mit der SpaceX seine Missionen abwickelt. Mehrere Falcon-9-Starts stehen auf dem Programm, vor allem zur weiteren Expansion des Starlink-Satellitennetzwerks. Am 6. Mai soll erneut eine Falcon-9 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien starten, nur wenige Tage später folgt bereits die nächste Mission. Kaum ein anderes Raumfahrtunternehmen weltweit erreicht derzeit eine vergleichbare Startkadenz. Die Wiederverwendung der Falcon-9-Booster ist dabei längst Routine geworden: Die Erststufen landen nach ihren Einsätzen entweder auf autonomen Drohnenschiffen im Pazifik oder kehren direkt zu ihren Landeplätzen zurück. Dadurch sinken die Startkosten erheblich, während gleichzeitig die Zahl der Missionen weiter steigt. Im Mittelpunkt vieler dieser Flüge steht weiterhin das Starlink System. 
Besonders gross ist jedoch die Aufmerksamkeit rund um das Starship-Programm. Das gewaltige Raketen- und Raumschiffsystem gilt als das ambitionierteste Raumfahrtprojekt der Gegenwart. In Starbase in Texas laufen intensive Vorbereitungen für den nächsten integrierten Testflug, der voraussichtlich kurz nach dem 10. Mai stattfinden soll. Ingenieure arbeiten an letzten Triebwerkstests, Betankungsabläufen und Verbesserungen des Hitzeschutzsystems. Im Fokus steht dabei die neue Starship-Generation „Version 3“ mit grösseren Treibstofftanks, leistungsfähigeren Raptor-Triebwerken und strukturellen Optimierungen.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die nächste Versorgungsmission zur Internationalen Raumstation ISS. Die Cargo-Dragon-Mission CRS-34 soll zwar erst am 12. Mai starten, prägt aber bereits jetzt die Einsatzplanung der NASA und ihrer Partner. Die Dragon-Kapsel wird wissenschaftliche Experimente, Ersatzteile und Versorgungsgüter zur Raumstation transportieren. Die Zusammenarbeit zwischen NASA und SpaceX gilt inzwischen als einer der wichtigsten Pfeiler der amerikanischen Raumfahrtstrategie. Während sich die NASA verstärkt auf Mond- und Marsprogramme konzentriert, übernimmt SpaceX zunehmend die operative Versorgung der ISS.

Auch international bleibt die Dynamik hoch. In China setzt die staatliche Raumfahrt ihr ambitioniertes Ausbauprogramm konsequent fort. Die chinesische Raumstation Tiangong befindet sich weiterhin im regulären Betrieb, während parallel neue Missionen für das Mondprogramm vorbereitet werden. Besonders im Fokus stehen dabei die langfristigen Planungen für die Chang’e-7-Mission sowie neue Schwerlastraketen der „Langer Marsch“-Familie, die künftig bemannte Mondmissionen ermöglichen sollen. China verfolgt damit weiterhin das strategische Ziel, sich als zweite grosse bemannte Raumfahrtnation neben den USA zu etablieren. 
In Japan arbeitet die Raumfahrtagentur JAXA intensiv an der Rückkehr ihrer neuen H3-Trägerrakete. Nach technischen Problemen bei früheren Missionen laufen derzeit umfangreiche Vorbereitungen für den nächsten Teststart im Juni. Gleichzeitig treibt Japan mehrere wissenschaftliche Grossprojekte voran, darunter die ehrgeizige MMX-Mission, die in den kommenden Jahren Proben vom Marsmond Phobos zur Erde bringen soll. 
Indien baut seine Raumfahrtaktivitäten ebenfalls deutlich aus. Die indische Raumfahrtagentur ISRO konzentriert sich derzeit vor allem auf das bemannte Raumfahrtprogramm Gaganyaan. In den vergangenen Wochen wurden weitere Tests für Rettungs- und Kommunikationssysteme erfolgreich abgeschlossen. Langfristig plant Indien nicht nur eigene Astronautenmissionen, sondern sogar eine eigene Raumstation und spätere Mondlandungen. Die Raumfahrt entwickelt sich damit zunehmend zu einem geopolitischen und technologischen Wettbewerb der grossen Raumfahrtnationen. 
Auch Europa versucht, seine unabhängige Rolle im Zugang zum All weiter auszubauen. Nach dem erfolgreichen Einsatz der neuen Ariane-6-Rakete Ende April richtet sich der Fokus nun auf den Ausbau der europäischen Startkapazitäten. Die schwere Ariane-6-Version mit vier Boostern gilt als zentral für Europas künftige Satellitenstarts und soll unter anderem Kommunikations- und Wettersatelliten ins All bringen. Gleichzeitig arbeitet die ESA an mehreren wissenschaftlichen Missionen und an der langfristigen Sicherung eines eigenständigen europäischen Zugangs zum Orbit.

An Bord der ISS bleibt der wissenschaftliche Betrieb intensiv. Die Besatzung arbeitet an Experimenten aus den Bereichen Biologie, Materialwissenschaft und Medizin. Besonders wichtig sind Untersuchungen zu Muskelabbau, Strahlenbelastung und geschlossenen Lebenserhaltungssystemen.

 

Woche vom 27. April bis zum 3. Mai 2026

Zu Monatswechsel ist im Bereich der Raumfahrt ein sehr dichtes Programm vorgesehen, das sowohl zahlreiche Raketenstarts als auch laufende Missionen im Orbit und internationale Fachveranstaltungen umfasst.
Zu Beginn der Woche stehen mehrere bedeutende Starts im Mittelpunkt. Am 27. April sollen unter anderem eine Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX mit dem Kommunikationssatelliten ViaSat-3 F3 sowie eine Atlas-V-Rakete von ULA mit mehreren Satelliten für Amazons Internetkonstellation starten. Diese Missionen dienen vor allem dem Ausbau globaler Kommunikationsnetze. Bereits einen Tag später folgt ein weiterer grosser Start: Eine Ariane 64 soll ebenfalls Satelliten für Amazons LEO-Netzwerk ins All bringen, während China mit einer Long March 10B möglicherweise ebenfalls einen Start durchführt.
Am 29. April ist ein weiterer SpaceX-Flug geplant, bei dem eine Falcon-9-Rakete neue Starlink-Satelliten in den Orbit transportieren soll. Damit wird die weltweite Internetabdeckung weiter ausgebaut. Ein besonderes Highlight der Woche ist der für den 1. Mai vorgesehene Testflug der neuen Starship-Version von SpaceX, der als wichtiger Schritt in der Entwicklung zukünftiger Schwerlastraketen gilt.
Parallel zu den Startaktivitäten läuft der Betrieb der Internationalen Raumstation weiter. Dort befindet sich die Expedition 74, die unter anderem die Ankunft eines russischen Progress-Versorgungsmoduls erwartet, das wichtige Nachschubgüter wie Lebensmittel, Treibstoff und wissenschaftliche Experimente zur Station bringt. Gleichzeitig werden an Bord zahlreiche Experimente durchgeführt, etwa zur medizinischen Forschung und Materialwissenschaft unter Mikrogravitation.

Ergänzend dazu spielt sich bei SpaceX in Texas in dieser Woche ein besonders intensiver Vorbereitungsabschnitt für Starship Flight 12 ab. In Boca Chica werden die neue Starship-Version 3 und der Super Heavy Booster 19 für ihren ersten gemeinsamen Flug vorbereitet.
Nach erfolgreichen statischen Zündtests in den letzten Tagen befinden sich die Systeme nun in der finalen Integrations- und Startvorbereitungsphase. Dazu gehören unter anderem abschliessende Überprüfungen der Triebwerke, Kryotests, Betankungsproben sowie die Simulation des kompletten Startablaufs. Diese Arbeiten sind entscheidend, da Flight 12 erstmals die neue Generation der, deutlich leistungsstärkeren und effizienteren, neuen Versionen Raptor-3-Triebwerke im realen Flug einsetzen wird.

Parallel dazu wird die Startinfrastruktur am Starbase-Gelände weiter für den Einsatz optimiert. Besonders die neue Startanlage („Pad 2“) spielt eine wichtige Rolle, da Flight 12 dort erstmals von einer erweiterten Infrastruktur aus starten soll, die künftig eine deutlich höhere Startfrequenz ermöglichen könnte. Ausserdem laufen in der Produktionsanlage letzte Checks an den Fahrzeugen, die bereits in der Montagehalle und am Startplatz positioniert wurden.

Insgesamt ist die Situation in Texas damit geprägt von einer sehr engen Taktung aus Tests, technischen Überprüfungen und Startvorbereitungen – ein klarer Hinweis darauf, dass Flight 12 als wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung des Starship-Systems unmittelbar bevorsteht. 

Neben den technischen Missionen spielt auch die wissenschaftliche und strategische Planung der zukünftigen Raumfahrt eine wichtige Rolle. Internationale Programme wie Artemis zur Rückkehr zum Mond sowie verschiedene Konferenzen zu Raumfahrttechnik, Weltraumwetter und Mondinfrastruktur prägen den Hintergrund dieser Woche. Insgesamt zeigt sich eine Phase intensiver Aktivität, in der sowohl kommerzielle als auch staatliche Akteure wichtige Schritte für die zukünftige Entwicklung der Raumfahrt unternehmen.

 

Woche vom 20. bis 26. April 2026

In der kommenden Woche zeichnet sich in der Raumfahrt eine Mischung aus geplanten Beobachtungsereignissen, laufenden Missionen und möglichen Startfenstern ab, wobei vieles – wie so oft in der Raumfahrt – von technischen und wetterbedingten Faktoren abhängt.

In der Nacht auf den 20. April, am späten Sonntagabend (MESZ), hat Blue Origin seine riesige New-Glenn-Rakete erst zum dritten Mal überhaupt gestartet. Die Mission mit der Bezeichnung NG-3 sollte den großen Satelliten BlueBird 7 (einen Direct-to-Cellphone-Internet-Satelliten) in die niedrige Erdumlaufbahn (LEO) befördern. Dabei wurde dieselbe Erststufe (Booster) verwendet, die bereits bei NG-2 geflogen war – allerdings mit neuen Triebwerken.
Während der Booster wie geplant auf dem Blue-Origin-Drohnen-Schiff Jacklyn landen konnte, hatte die zweite Raketenstufe offenbar ein Problem und war nicht in der Lage, den Satelliten wie vorgesehen in die korrekte Umlaufbahn zu bringen.
Was aktuell mit BlueBird 7 geschieht, ist nicht bekannt. Spezialisten versuchen derzeit, das Problem zu beheben – ob dies gelingen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Ein wichtiges natürliches Ereignis ist der Höhepunkt des Lyriden-Meteorschauer, der in der Nacht vom 21. auf den 22. April erwartet wird. Dieser Meteorschauer gehört zu den ältesten bekannten und dürfte 2026 unter relativ guten Sichtbedingungen beobachtbar sein. Für die Raumfahrt im engeren Sinne spielt er zwar keine operative Rolle, ist aber ein bedeutendes Ereignis für Astronomie und öffentliche Wahrnehmung des Weltraums.

Technisch und operativ richtet sich der Blick weiterhin stark auf SpaceX. Nach den intensiven Vorbereitungen der Vorwoche bleibt das Testgelände Starbase in Boca Chica ein zentraler Schauplatz. Auch wenn der nächste grosse Testflug des Starship-Systems (IFT-12) erst für frühestens Mai erwartet wird, sind für diese Woche weitere Bodentests wahrscheinlich. Dazu zählen insbesondere zusätzliche statische Zündtests der Raptor-Triebwerk, Überprüfungen der Startinfrastruktur sowie mögliche Tanktests („cryogenic proof tests“). Solche Tests sind entscheidend, um die Zuverlässigkeit nach früheren Flugversuchen zu erhöhen und die Voraussetzungen für einen stabilen Orbitalflug zu schaffen.

Parallel dazu dürfte SpaceX auch weiterhin Starts mit der Falcon 9 durchführen, insbesondere im Rahmen des Ausbaus der Starlink-Satellitenkonstellation. Konkrete Starttermine können sich kurzfristig verschieben, doch die hohe Startfrequenz ist inzwischen ein fester Bestandteil des Wochenrhythmus geworden.

International bleibt die bemannte Raumfahrt ebenfalls aktiv. Die Besatzung der chinesischen Mission Shenzhou 21 befindet sich weiterhin im verlängerten Aufenthalt auf der Raumstation und führt Experimente sowie Tests für Langzeitmissionen durch. Solche kontinuierlichen Operationen sind weniger spektakulär, aber essenziell für den Aufbau nachhaltiger Präsenz im Orbit.

Insgesamt ist diese Woche weniger von einzelnen grossen „Show-Ereignissen“ geprägt als vielmehr von Vorbereitung, Betrieb und wissenschaftlicher Nutzung bestehender Systeme. Genau diese Phase ist jedoch typisch für die moderne Raumfahrt: Während grosse Missionen wie Artemis im Hintergrund weiterentwickelt werden, sorgen kontinuierliche Tests, Starts und Forschungsarbeiten dafür, dass die nächste Generation von Raumfahrttechnologien überhaupt erst möglich wird.

 

Woche vom 13. bis 19. April 2026

Die Raumfahrt zeigte sich in dieser Woche insgesamt in einer Phase des Übergangs. Besonders im Fokus stand weiterhin die Mission Artemis II, deren erfolgreiche Rückkehr zur Erde am 11. April in den darauffolgenden Tagen intensiv ausgewertet und gefeiert wurde. Erstmals seit der Ära von Apollo-Programm hatten wieder Menschen den Mond umrundet, was die Mission zu einem zentralen Baustein für die geplante Mondlandung von Artemis III macht.

Parallel dazu blieb die kommerzielle Raumfahrt äusserst aktiv. Das Unternehmen SpaceX führte mehrere Starts seiner Falcon 9-Raketen durch und setzte den Ausbau der Starlink-Konstellation mit hoher Frequenz fort. Diese Routineoperationen zeigen, wie stark sich der Fokus der Raumfahrt inzwischen auch auf Infrastruktur im Orbit verlagert hat. Gleichzeitig bereitete Blue Origin einen wichtigen Schritt vor: Beim dritten Flug der Schwerlastrakete New Glenn sollte erstmals ein bereits geflogener Booster wiederverwendet werden – ein klares Signal dafür, dass auch andere Anbieter das Prinzip der Wiederverwendbarkeit konsequent weiterentwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Fortschritten rund um das Starship-Programm von SpaceX. Am Testgelände Starbase in Boca Chica, Texas, wurden in dieser Woche vor allem die Vorbereitungen für den nächsten Testflug, bezeichnet als IFT-12 (Integrated Flight Test 12), vorangetrieben.

Dazu gehörten statische Zündungen der neuen Raptor-III-Triebwerke sowie integrierte Systemtests des Super-Heavy-Boosters und der Starship-Oberstufe. Nach verschiedenen Tests der neuen Startanlage in Boca Chica – bei denen einerseits das Water-Deluge-System, ein gigantisches Wasserflutungssystem der Startrampe, und andererseits die Betankung des Super-Heavy-Boosters erprobt wurden – fand am 16. April die Zündung der insgesamt 33 „Raptor“-Triebwerke statt.

Diese Zündung erzeugte mit einer Schubkraft von über 8.000 Tonnen die größte Kraft, die jemals von einer Rakete erzeugt wurde. IFT-12 wurde zwar auf frühestens Mai verschoben, doch die kontinuierlichen Tests zeigen, dass SpaceX sich Schritt für Schritt an ein vollständig wiederverwendbares Schwerlastsystem herantastet – ein Schlüsselelement sowohl für Mondmissionen im Artemis-Programm als auch für langfristige Marspläne.

Auch international gab es wichtige Entwicklungen. Die chinesische Mission Shenzhou 21 wurde verlängert, sodass die Astronauten einen zusätzlichen Monat im Orbit verbringen sollen. Dies dient vor allem der Erforschung langfristiger Aufenthalte auf der chinesischen Raumstation und unterstreicht den strategischen Ausbau der chinesischen Raumfahrtkapazitäten. Gleichzeitig formulierte die indische Raumfahrtorganisation ISRO ambitionierte Zukunftspläne, darunter eine bemannte Mondlandung bis etwa 2040 und der Aufbau einer eigenen Raumstation in den 2030er-Jahren.

Neben diesen technologischen und politischen Entwicklungen bot auch der Himmel selbst ein Ereignis: Mit dem Beginn des jährlichen Lyriden-Meteorschauer am 14. April startete eine der ersten bedeutenden Meteorschauerperioden des Jahres, die besonders unter günstigen Beobachtungsbedingungen stand.

Insgesamt lässt sich diese Woche als eine Phase der Konsolidierung und Vorbereitung beschreiben. Während mit Artemis II ein historischer Schritt bereits vollzogen wurde, treiben sowohl staatliche als auch private Akteure die nächsten Etappen mit hoher Geschwindigkeit voran. Besonders die intensiven Tests in Boca Chica verdeutlichen, dass die Zukunft der Raumfahrt stark von neuen, wiederverwendbaren Trägersystemen geprägt sein wird – Systeme, die den Zugang zum All grundlegend verändern könnten.

 

Woche vom 6. bis 12. April 2026

Während mit Artemis II ein einzelnes, historisch bedeutendes Ereignis im Mittelpunkt steht, laufen gleichzeitig zahlreiche kontinuierliche Aktivitäten im Hintergrund.

Am Ostermontag nähert sich das Raumschiff Orion dem Mond und führt einen spektakulären Vorbeiflug durch. Besonders bemerkenswert ist dabei der Flug über die Rückseite des Mondes, ein Bereich, der von der Erde aus niemals direkt sichtbar ist. Während dieses Manövers bietet sich der Besatzung nicht nur ein einzigartiger Blick auf die zerklüftete Mondoberfläche, sondern auch die seltene Gelegenheit, astronomische Phänomene aus einer völlig neuen Perspektive zu beobachten. Dazu gehört unter anderem eine Sonnenfinsternis, die sich aus der Position zwischen Erde, Mond und Sonne ergibt und im All besonders eindrucksvoll erscheint.

Nach dem Vorbeiflug tritt die Mission in ihre Rückflugphase ein. Dabei folgt das Raumschiff einer sogenannten freien Rückkehrbahn, einer Flugroute, die es ohne zusätzlichen grossen Treibstoffeinsatz zurück zur Erde bringt. Diese Flugbahn ist ein entscheidender Sicherheitsaspekt der Mission, da sie im Notfall eine automatische Rückkehr ermöglicht. In den darauffolgenden Tagen, bis etwa zum 10. April, befindet sich die Crew auf dem Rückweg zur Erde. Die Reise endet schliesslich mit einer Wasserung im Pazifik, bei der die Kapsel von Bergungsteams aufgenommen wird. Dieser Abschluss markiert nicht nur das Ende einer technisch anspruchsvollen Mission, sondern auch einen wichtigen Meilenstein für zukünftige bemannte Mondlandungen im Rahmen des Artemis-Programms.

Parallel dazu laufen weltweit zahlreiche weitere Raumfahrtaktivitäten. In den Vereinigten Staaten wird weiterhin an grossen Satellitenkonstellationen gearbeitet. Eine Atlas V der United Launch Alliance brachte kurz zuvor Dutzende Satelliten für das Projekt Amazon Leo des Unternehmens Amazon ins All, die in dieser Woche in ihre Zielorbits manövriert und getestet werden. Gleichzeitig bleibt die Internationale Raumstation ein zentraler Knotenpunkt für internationale Forschung, während zahlreiche Satelliten kontinuierlich Daten für Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung liefern.

Auch die russische Raumfahrt ist in dieser Woche aktiv, wenn auch weniger spektakulär als zu Zeiten grosser Einzelmissionen. Die staatliche Raumfahrtagentur Roskosmos konzentriert sich weiterhin stark auf den Betrieb und die Unterstützung der ISS. Regelmässige Versorgungsflüge mit Progress-Raumschiffen sichern die Versorgung der Station mit Treibstoff, Ersatzteilen und wissenschaftlicher Ausrüstung. Parallel dazu laufen Vorbereitungen für kommende bemannte Flüge mit der Sojus-Kapsel. Darüber hinaus arbeitet Russland langfristig an eigenen Raumstationskonzepten, die perspektivisch eine unabhängige Präsenz im Erdorbit ermöglichen sollen.

China verfolgt unterdessen ein äusserst dynamisches und langfristig angelegtes Raumfahrtprogramm. Die CNSA betreibt erfolgreich ihre eigene Raumstation, die Tiangong. In dieser Woche laufen dort kontinuierlich wissenschaftliche Experimente sowie Wartungs- und Routinearbeiten der Besatzung. Die Station dient China als zentrale Plattform für Mikrogravitationsforschung und technologische Demonstrationen. Parallel dazu bereitet China weitere Schritte seines ambitionierten Mondprogramms vor. Insbesondere die unbemannten Missionen der Chang’e-Programm bilden die Grundlage für zukünftige bemannte Mondlandungen, die in den kommenden Jahren geplant sind. Auch die Entwicklung neuer Trägerraketen und Raumfahrzeuge schreitet weiter voran, um diese Ziele zu erreichen.

Während mit Artemis II ein einzelnes, historisch bedeutendes Ereignis im Mittelpunkt steht, laufen gleichzeitig zahlreiche kontinuierliche Aktivitäten im Hintergrund – von Satellitenbetrieb über Raumstationsmissionen bis hin zu langfristigen strategischen Entwicklungen in den USA, Russland und China. Zusammengenommen verdeutlichen sie, dass sich die Raumfahrt zunehmend zu einem globalen Wettbewerb und zugleich zu einer kooperativen Infrastruktur entwickelt, die sowohl wissenschaftliche als auch wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung besitzt.

 

Woche vom 30. März - 5. April 2026

Auf zum Mond! Die Woche steht ganz im Zeichen von Artemis II. Darüber hinaus prägt eine ungewöhnlich hohe Startfrequenz das internationale Raumfahrtgeschehen.

Artemis ist unterwegs. In der Nacht auf den 2. April startete die SLS Rakete um 0:35 und 12 Sekunden (MESZ) vom Startplatz 39B in Cape Canaveral unter den Augen von zehntausenden von Zuschauern. An Bord sind Reid Wiseman (Kommandant), Victor Glover, Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtbehörde. Die rund zehntägige Mission führt die Crew auf einer sogenannten Free-Return-Trajektorie um den Mond, ohne Landung. Ziel ist es, zentrale Systeme für künftige bemannte Mondlandungen zu testen. Detaillierte Informationen zu Artemis II - hier.

In einer Ankündigung in der vergangenen Woche hat NASA-Direktor Jared Isaacman bekannt gegeben, dass das sogenannte Lunar Gateway aus dem Artemis-Programm gestrichen wird. Die ursprünglich als internationale Raumstation im Mondorbit geplante Plattform, die gemeinsam mit Partnern wie der ESA, JAXA und der Canadian Space Agency entwickelt werden sollte, war als logistischer Knotenpunkt für bemannte Missionen zur Mondoberfläche, als Zwischenstation für Landefähren sowie als Testumgebung für Technologien für spätere Marsmissionen vorgesehen. Laut Isaacman habe sich jedoch gezeigt, dass die Komplexität, die hohen Kosten sowie die zeitlichen Verzögerungen des Gateways nicht mehr mit den aktuellen Prioritäten der NASA vereinbar seien. 

Stattdessen sollen die frei werdenden Mittel gezielt in die Entwicklung leistungsfähiger Mondlander, nachhaltiger Energieversorgungssysteme und den Aufbau einer dauerhaft bemannten Infrastruktur auf der Mondoberfläche fließen. Ziel dieser Neuausrichtung ist es, die im Rahmen von Artemis geplante Rückkehr von Astronauten zum Mond nicht nur zu beschleunigen, sondern langfristig eine kontinuierliche menschliche Präsenz zu ermöglichen und gleichzeitig die Abhängigkeit von komplexen orbitalen Zwischenstationen zu reduzieren.

Am 4. April startet eine ULA Atlas V 551 vom Startkomplex 41 in Cape Canaveral uns oll rund 27 Satelliten für Amazons Project Leo (vormals Project Kuiper) in eine niedrige Erdumlaufbahn transportieren. Es handelt sich um einen der letzten Einsätze dieses bewährten Trägersystems. 

Von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien startete am 30. März die SpaceX  Transporter-16-Mission ab. Im Rahmen dieses Rideshare-Flugs werden mit einer Falcon 9 mehr als 80 Kleinsatelliten und CubeSats in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht – darunter Nutzlasten von Universitäten, Start-ups und Forschungseinrichtungen aus aller Welt. Am Abend des gleichen Tags folgte eine weitere Starlink-Mission von Cape Canaveral. 

Auch international bleibt die Raumfahrt in Bewegung. China treibt sein Programm rund um die Raumstation Tiangong space station weiter voran, wo regelmässig Experimente und mögliche Crew-Rotationen vorbereitet werden. Parallel arbeitet die European Space Agency an neuen Missionen und beteiligt sich unter anderem mit dem europäischen Servicemodul am Orion-Raumschiff von Artemis. Zudem bereitet ISRO weitere Schritte für bemannte Raumfahrtprogramme und Satellitenstarts vor. Auch Russland setzt mit Roscosmos seine Aktivitäten rund um die Sojus-Starts und die ISS-Beteiligung fort.

Währenddessen läuft der Betrieb auf der International Space Station routinemässig weiter. Die Besatzung der Expedition 74 widmet sich wissenschaftlichen Experimenten, medizinischer Forschung und Wartungsarbeiten. Für Anfang April ist zudem ein weiterer Ausseneinsatz geplant.

Auch für Hobbyastronomen bietet die Woche interessante Beobachtungsmöglichkeiten: In der Nacht vom 1. auf den 2. April erreicht der Mond seine Vollmondphase („Pink Moon“). Am 3. April steht Merkur in seiner grössten westlichen Elongation und ist damit besonders gut am Morgenhimmel sichtbar. Kurz nach der betrachteten Woche, am 6. April, nähert sich der Mond dem rötlich leuchtenden Stern Antares.

Insgesamt vereint diese Woche intensive Satellitenlogistik, einen möglichen historischen bemannten Mondflug und vielfältige internationale Aktivitäten – ein eindrucksvolles Beispiel für die Dynamik der modernen Raumfahrt. Wie üblich können sich Starttermine jedoch kurzfristig durch Wetterbedingungen oder technische Faktoren verschieben.

 

Woche vom 23. - 29. März 2026

Die kommende Woche ein für das Raumfahrtjahr 2026. Eine hohe Frequenz kommerzieller Starts, angeführt von SpaceX und ULA, während sich die wirklich grossen Meilensteine wie Starship und Artemis II im Hintergrund aufbauen und kurz vor ihrem nächsten entscheidenden Schritt stehen. Gleichzeitig bietet der Nachthimmel aussergewöhnlich gute Bedingungen und macht diese Tage auch astronomisch besonders lohnend.

Gleich zu Beginn, am 22. März, startet eine Falcon 9 vom Cape Canaveral SLC-40 mit 29 Satelliten der Starlink-Gruppe 10-62. Das mehrstündige Startfenster sowie die geplante Landung des Boosters auf einem Drohnenschiff – bereits sein 27. Flug – machen diesen Start zum zentralen Ereignis der Woche, das wie üblich breit live übertragen wird. Wenige Tage später, am 26. März, folgt mit Starlink 10-44 eine weitere nahezu identische Mission mit erneut 29 Satelliten. Hier kommt ein besonders erfahrener Booster zum Einsatz, der mit seinem 34. Flug einen neuen Wiederverwendungsrekord für SpaceX aufstellen könnte. Beide Starts sind typische Routineeinsätze, die jedoch eindrucksvoll zeigen, mit welcher Taktung die Starlink-Konstellation weiter ausgebaut wird.

Ein besonderer Höhepunkt der Woche ist jedoch der Start einer Atlas V von United Launch Alliance am 29. März vom Cape Canaveral SLC-41. In der leistungsstarken 551-Konfiguration bringt die Rakete 27 Satelliten für Amazons Project Kuiper ins All, den wichtigsten Konkurrenten von Starlink. Das Startfenster ist mit nur 29 Minuten vergleichsweise kurz und beginnt am frühen Morgen. Gleichzeitig markiert dieser Flug einen historisch bedeutsamen Moment, denn die Atlas V nähert sich ihrem Karriereende und gehört zu den letzten Einsätzen dieser traditionsreichen Trägerrakete.

Die beiden derzeit wohl spannendsten Grossprojekte – Starship und Artemis II – spielen sich hingegen knapp ausserhalb dieser Woche ab. Für Starship war ursprünglich ein weiterer Testflug im März im Gespräch, doch dieser wurde mehrfach verschoben. Der nächste Flug mit der neuen Version 3, die unter anderem erstmals mit Raptor-3-Triebwerken ausgestattet sein soll, wird nun frühestens Anfang April erwartet. In den vergangenen Tagen konzentrierte sich SpaceX ausschliesslich auf Bodentests, darunter Static-Fire-Tests und Zündsystemprüfungen. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Start, wie Strassensperrungen oder Betankungsabläufe, fehlen bislang, sodass Starship diese Woche weiterhin in der Vorbereitungsphase in Starbase, Texas, verbleibt.

Ähnlich verhält es sich mit Artemis II: Die erste bemannte Mondumrundung seit den Apollo-Missionen ist derzeit für Anfang April angesetzt und liegt damit knapp ausserhalb des betrachteten Zeitraums. Die gewaltige SLS-Rakete mit dem Orion-Raumschiff wurde erst kürzlich zur Startrampe 39B ausgerollt, nachdem zuvor Wartungsarbeiten erforderlich waren. Die vier Astronauten – darunter Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – befinden sich bereits in der Vorbereitungs- und Quarantänephase. Artemis II stellt einen entscheidenden Test dar: eine bemannte Umrundung des Mondes ohne Landung, als Vorbereitung für die spätere Landemission. Während der eigentliche Start noch bevorsteht, laufen die finalen Tests und Countdown-Proben bereits auf Hochtouren.

Aktuelle Probleme mit der Vulcan Centaur. Trotz erfolgreicher Missionen kämpft die Vulcan Centaur noch mit Kinderkrankheiten. Besonders die GEM-63XL-Booster bereiten Sorgen: Sowohl 2024 als auch 2026 traten Anomalien an den Düsen auf, die zu Schubproblemen führten. Zwar konnten die Missionen jeweils gerettet werden, doch die wiederholten Fehler wecken Zweifel an der Zuverlässigkeit. Die U.S. Space Force stoppte Ende März 2026 daraufhin vorerst weitere Einsätze für sicherheitskritische Missionen und wich teilweise auf Alternativen wie die Falcon 9 aus. Zusätzlich belasten Verzögerungen und Produktionsdruck das Programm.

Parallel dazu zeigt sich der Nachthimmel in dieser Woche von seiner besonders eindrucksvollen Seite. Nach dem Neumond am 18. März herrschen ideale Bedingungen für Beobachtungen, da der Himmel aussergewöhnlich dunkel ist. Vor allem Jupiter fällt als strahlend heller Blickfang ins Auge, während auch Venus kurz nach Sonnenuntergang und Merkur am Morgenhimmel sichtbar sind. Mit Fernglas oder Teleskop lässt sich zudem Uranus in der Nähe der Plejaden entdecken. Klassische Wintersternbilder sowie markante Sternhaufen wie die Hyaden oder der Bienenkorb bieten zusätzliche Beobachtungsziele. Unter besonders dunklen Bedingungen kann sogar das Zodiakallicht als schwacher Lichtkegel am westlichen Abendhimmel erkannt werden. Für Teleskopbeobachter liefern zudem feine Details auf dem Mond – etwa das „Lunar X“ am 25. März oder der „Golden Handle“ am 28. März – zusätzliche Highlights.

Woche vom 16. - 22. März 2026

Die internationale Raumfahrt wird weiter durch eine hohe Startfrequenz kommerzieller Satellitenmissionen geprägt. Besonders SpaceX dominiert den Startkalender mit mehreren Flügen der Trägerrakete Falcon 9, die weitere Satelliten für die globale Internetkonstellation Starlink in den Erdorbit bringt. Große bemannte Missionen oder interplanetare Projekte sind in diesem engen Zeitfenster nicht angesetzt; stattdessen steht der kontinuierliche Ausbau von Satelliteninfrastruktur im Mittelpunkt. Parallel dazu laufen auf der International Space Station weiterhin wissenschaftliche Experimente und Wartungsarbeiten der aktuellen Besatzung der Expedition 74.

Den Auftakt bildet am 16. März 2026 ein Start einer Falcon-9-Rakete vom Startkomplex SLC-40 in Cape Canaveral Space Force Station. Bei der Mission Starlink Group 10-46 werden 29 Starlink-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht. Wie bei den meisten Falcon-9-Missionen ist eine Landung der wiederverwendbaren Erststufe auf einem autonomen Drohnenschiff im Atlantik vorgesehen. Am selben Tag beziehungsweise in der Nacht zum 17. März folgt voraussichtlich ein weiterer Starlink-Start von der Westküste: Eine Falcon 9 startet von SLC-4E auf der Vandenberg Space Force Base und bringt 25 Satelliten der Gruppe 17-24 in eine polare sonnensynchrone Umlaufbahn. 

Am 18. März ist bereits die nächste Mission geplant: Wieder startet eine Falcon 9 von Cape Canaveral mit der Mission Starlink Group 10-33. Auch hier werden 29 Satelliten in eine Umlaufbahn mit rund 53° Bahnneigung gebracht, um das globale Breitbandnetz weiter auszubauen. Diese dichte Startfolge zeigt, wie stark sich die Raumfahrtindustrie inzwischen auf den Aufbau großer Satellitenkonstellationen konzentriert.

Ein besonders interessantes Ereignis folgt am 19. März 2026 für die europäische Raumfahrt: Das Münchner Unternehmen Isar Aerospace plant den zweiten Testflug der Trägerrakete Spectrum. Der Start soll vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya Spaceport erfolgen. An Bord befinden sich mehrere CubeSats für eine sonnensynchrone Umlaufbahn sowie ein integriertes Technologieexperiment. Der Flug gilt als wichtiger Meilenstein für die europäische „New-Space“-Szene, da Europa derzeit nur begrenzte eigene Startkapazitäten besitzt. 

Ebenfalls am 19. März ist eine Mission der kleinen Trägerrakete Electron von Rocket Lab vorgesehen (StriX Launch 8), bei der ein Erdbeobachtungssatellit gestartet werden soll. Damit zeigt sich, dass auch kleinere Träger zunehmend regelmäßig kommerzielle Nutzlasten in den Orbit bringen. 

Zwischen 20. und 21. März sind weitere Starts wahrscheinlich. Der Startkalender sieht unter anderem eine weitere Falcon-9-Mission (Starlink-Gruppe 17-15) vor, die erneut von der US-Westküste erfolgen könnte. Solche Termine werden oft erst wenige Tage vorher endgültig bestätigt, da Wetterbedingungen und technische Checks den Zeitplan kurzfristig verändern können. 

Am 22. März 2026 steht zudem ein Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation auf dem Programm: Eine Soyuz‑2 startet mit dem Frachtraumschiff Progress MS‑33, das Treibstoff, Experimente und Versorgungsgüter zur ISS bringen soll. Dieser Flug ist Teil der regelmäßigen Logistikmissionen zur Station. 

 

Woche vom 9. - 15. März 2026

Eine weitere Woche mit mehreren Raketenstarts mit Kommunikations- und Internetsatelliten steht bevor. Das Unternehmen SpaceX plant in dieser Zeit mehrere Starts seiner Starlink-Satelliten mit Falcon 9-Raketen von den US-Startplätzen in Florida (am 12. und 15. März) sowie von Kalifornien (am 13. März). Diese Missionen dienen dem weiteren Ausbau des weltweiten Starlink-Satelliten-Internetnetzes.

Am Dienstag startet ebenfalls mit einer Falcon-9-Rakete ein neuer TV- und Kommunikationssatellit für das Unternehmen Dish Network beziehungsweise dessen Raumfahrtsparte EchoStar. Der Satellit soll die Infrastruktur für Breitband- und Fernsehdienste erweitern. Solche Missionen zeigen den aktuellen Trend in der Raumfahrt, bei dem kommerzielle Satellitenkonstellationen und Kommunikationssatelliten einen grossen Teil der weltweiten Startaktivitäten ausmachen.

Am Himmel über Europa bietet der März gleichzeitig einen interessanten Übergang zwischen Winter- und Frühlingssternhimmel. Der Mond befindet sich in dieser Woche in der abnehmenden Phase, nachdem der Vollmond bereits Anfang März stattgefunden hat. Dadurch wird der Himmel im Laufe der Nacht zunehmend dunkler, was Beobachtungen von Sternen und Planeten erleichtert.

Besonders auffällig ist der helle Planet Jupiter, der weiterhin sehr gut sichtbar ist und viele Stunden der Nacht über dem Horizont steht. Am Abendhimmel gewinnt ausserdem Venus immer mehr an Höhe und Helligkeit und entwickelt sich zunehmend zum dominierenden „Abendstern“. In der Dämmerung konnte man Anfang März auch eine enge Stellung zwischen Venus und Saturn beobachten, bei der beide Planeten relativ nahe beieinander am Himmel standen.

Auch bei den Sternbildern zeigt sich der jahreszeitliche Wechsel: Das Wintersternbild Orion steht am frühen Abend noch im Westen, sinkt jedoch im Laufe der Nacht langsam Richtung Horizont. Gleichzeitig gewinnen typische Frühlingssternbilder wie Löwe (Leo), Krebs (Cancer) und Zwillinge (Gemini) zunehmend an Höhe und prägen den späteren Abendhimmel.

Insgesamt markieren diese Tage daher eine Phase des Übergangs: Während die Raumfahrt weiterhin von zahlreichen Satellitenstarts geprägt ist, verändert sich am Himmel sichtbar die Kulisse vom Winter- zum Frühlingssternhimmel.

 

Woche vom 2. - 8. März 2026

In der Woche vom 2. bis 8. März 2026 ist die Raumfahrt eher geprägt von der routinemässigen Expansion satellitengestützter Dienste und der Vorbereitung grösserer Programme als von spektakulären Einzelereignissen wie bemannten Starts oder tiefen Weltraummissionen. Gleichzeitig zeigen Nachrichten aus China und aus der wissenschaftlichen Forschung, wie vielfältig und komplex die Entwicklungen im weltweiten Raumfahrtsektor derzeit sind. Zudem sind Anfang März interessante Beobachtungen am Himmel möglich.

Ein zentraler Aspekt der Woche wird wieder die Vielzahl geplanter Satellitenstarts sein. Mehrere SpaceX Falcon-9-Starts sind terminiert, bei denen neue Gruppen von Starlink-Satelliten in die niedrige Erdumlaufbahn gebracht werden, um das globale Internet-Netzwerk weiter auszubauen. Diese Missionen sollen vom Cape Canaveral Space Force Station in Florida sowie vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien starten und jeweils mehrere Dutzend Satelliten aussetzen, typische Routineflüge, die jedoch die allgegenwärtige Bedeutung solcher Konstellationen für die heutige Raumfahrt unterstreichen. Zusätzlich ist am 8. März ein Start eines kommerziellen EchoStar-Kommunikationssatelliten geplant, der später im geostationären Orbit Telekommunikationsdienste über Nordamerika bereitstellen soll. 

Auch aus China gibt es bemerkenswerte Entwicklungen. Die China Manned Space Agency setzt ihre umfangreichen Vorbereitungen für längerfristige Raumfahrtprogramme fort. Obwohl in der betreffenden Woche keine grossen eigenen Starts angekündigt sind, läuft die Infrastruktur- und Technologieentwicklung für Chinas ehrgeizige Pläne weiter. Dazu zählen der Ausbau der Startanlagen am Wenchang-Startplatz und Fortschritte bei Systemtests für schwere Trägerraketen und Mondlande-Hardware im Hinblick auf eine geplante bemannte Mondmission um das Jahr 2030. Gleichzeitig plant die chinesische Raumfahrtbehörde mehrere bemannte Missionen zur eigenen Tiangong-Raumstation im Jahr 2026 und bereitet erste Langzeitmissionen vor, bei denen Astronauten bis zu einem Jahr im Orbit verbleiben könnten, sowie internationale Kooperationen etwa mit pakistanischen Astronauten. 

Im Bereich Astronomie selbst gibt es in dieser Woche weniger konkrete neue Entdeckungen, dafür aber wichtige Nachrichten aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft: Eine aktuelle Studie hat auf potenziell umweltrelevante Auswirkungen der stetig wachsenden Satellitenkonstellationen auf die obere Atmosphäre aufmerksam gemacht, bei der beim Wiedereintritt von Raketenstufen grössere Mengen Lithium freigesetzt werden könnten, als bisher angenommen – ein Thema, das auch die astronomische Beobachtung am Himmel stören könnte. 

Parallel zu den Raumfahrtstarts ereignet sich in der Woche vom 3. März ein spektakuläres astronomisches Himmelsereignis: eine totale Mondfinsternis („Blood Moon“), bei der sich der Vollmond vollständig in den Schatten der Erde bewegt und für etwa eine Stunde rot erscheint. Dieses Ereignis ist nicht nur für Hobbyastronomen ein Highlight, sondern auch für wissenschaftliche Beobachter, weil es die Mechanismen der Erd-Sonnen-Mond-Beziehungen sichtbar macht.

Dazu kommt Anfang März eine Reihe weiterer Himmelserscheinungen, die den Sternenhimmel prägen: Der Monat beginnt mit einer seltenen Planetenkonstellation, bei der mehrere Planeten – darunter Jupiter, Saturn, Venus, Merkur, Uranus und Neptun – für einige Tage wie bei einer Parade nahe beieinander über dem Abendhimmel stehen. Am 7. und 8. März kommt es zudem zu einer engen Jupiter-Saturn-Konjunktion, bei der diese beiden Planeten relativ dicht zueinander erscheinen – ein schönes Ziel für Fernglas- oder Teleskopbeobachtungen.

 

Woche vom 23. Februar - 1. März 2026

In der Woche vom 23. Februar bis zum 1. März steht die Raumfahrt vor überwiegend routinemässigen „Standardmissionen“.
Im Mittelpunkt stehen erneut Starts von SpaceX. Das Unternehmen plant in dieser Woche mindestens einen weiteren Einsatz einer Falcon‑9‑Rakete, um neue Satelliten für das Starlink‑Netzwerk in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Diese Starts dienen dem kontinuierlichen Ausbau des globalen Satelliten‑Internets und sind Teil der sehr hohen Startfrequenz, mit der SpaceX inzwischen operiert. Wie üblich kann es dabei kurzfristig noch zu Verschiebungen kommen – etwa durch Wetter oder technische Checks.
Das Starlinksystem von SpaceX umfasst inzwischen über 10'000 Satelliten und arbeitet neben der dauernden Verbesserung der Systemleistung auch an den immer höher werdenden Sicherheitsanforderungen. Als eine wesentliche Massnahme ist dabei die Absenkung der Umlaufbahnen der Sateliten zu erwähnen. Im Laufe dieses Jahres werden die Umlaufbahnen von aktuell rund 550 km Höhe auf 480 km Höhe abgesenkt. Diese Massnahme soll die Sicherheit in der Erdumlaufbahn in mehrerlei Hinsicht erhöhen, dies hat Michael Nicolls angekündigt, der bei dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX für die Starlink-Technik verantwortlich ist. 
Wie Nicolls erklärte, soll die niedrigere Umlaufbahn unter anderem dazu führen, dass Starlink-Satelliten nach Ende ihrer Einsatzzeit schneller abstürzen und in der Atmosphäre verglühen. Dafür sorgt der geringfügig höhere Widerstand der dort etwas dichteren Ausläufer der Erdatmosphäre. Selbst bei geringerer Aktivität der Sonne würden die Geräte dann nur noch wenige Monate ungenutzt um die Erde rasen, statt sonst über vier Jahre. Ferner gebe es in dieser Höhe deutlich weniger Weltraumschrott und die Zahl der dort geplanten Satelliten sei „signifikant“ geringer. Damit senke SpaceX also das Risiko einer Kollision mit potenziell katastrophalen Folgen.
Der Technikchef von Starlink verweist zusätzlich darauf hin, dass die eigenen Satelliten extrem zuverlässig seien, von über 10’000 im Erdorbit seien nur zwei „tot“. Erst Mitte Dezember hat das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk aber einen Satelliten bei einer Detonation von Komponenten des Satelliten verloren. Der Satellit hat demnach plötzlich vier Kilometer Höhe verloren und ist wohl in dutzende Teile zersplittert. Die bedeuten eine Gefahr für andere Satelliten, schlimmstenfalls können sie eine verheerende Kettenreaktion auslösen. Die jetzt geplante Verringerung des Orbits erfolgt aber zu kurzfristig, um eine Reaktion auf das Ereignis zu sein. Trotzdem dürfte der Schritt die Sicherheit merklich erhöhen.
Abseits der Startplätze richtet sich der Blick auch auf die langfristigen Programme der grossen Raumfahrtagenturen. Bei der NASA steht die nächste bemannte Mondmission weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit. Der Start der Artemis II-Mission wurde inzwischen auf den April verschoben, während die NASA weiter daran arbeitet, alle Systeme der SLS-Rakete und des Artemis‑Raumschiffs zuverlässig einsatzbereit zu machen. Leider zeigt sich dabei immer wieder, dass das zusammengewürfelte Artemis‑Projekt nicht zu den technischen Sternstunden der NASA zählt.
Auch in China ist die Raumfahrt aktiv. Die China National Space Administration (CNSA) setzt ihren ehrgeizigen Plan fort, sowohl die bemannte Raumfahrt als auch unbemannte wissenschaftliche Missionen auszubauen. In dieser Woche stehen vor allem Versorgungs- und Logistikflüge zur Tiangong‑Raumstation im Vordergrund, sowie mögliche Starts von Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten. China zeigt damit, wie kontinuierlich das Land seine Raumfahrtinfrastruktur erweitert und gleichzeitig Erfahrungen für künftige Mond‑ und Marsmissionen sammelt.
Zusammengefasst ist die Raumfahrt-Woche Ende Februar also weniger spektakulär, aber dennoch spannend: Sie zeigt eine Branche, die zwischen ambitionierten Zukunftsplänen und hochfrequentem Routinebetrieb operiert – mit regelmässigen Raketenstarts, wachsender Satelliten-Infrastruktur und intensiver Vorbereitung auf die nächsten grossen Schritte Richtung Mond und darüber hinaus.

 

Woche vom 16. - 22. Februar 2026

In der laufenden Woche ist in der Raumfahrt einiges los, auch wenn keine „Mega-Mission“ startet, ist es eine sehr aktive Phase. Den Takt geben vor allem SpaceX und seine Starlink-Konstellation vor: Über die Woche verteilt sind mehrere Falcon-9-Starts geplant, bei denen jeweils neue Starlink-Satelliten in den niedrigen Erdorbit gebracht werden. Diese dichte Startfolge zeigt, wie routiniert und industriell der Satellitenausbau inzwischen abläuft.
Währenddessen läuft der Betrieb an Bord der Internationale Raumstation auf Hochtouren. Die eben erst angekommene Besatzung von Crew 12 beginnt in dieser Woche mit ihrem regulären Arbeitsprogramm. Dazu zählen zahlreiche wissenschaftliche Experimente – etwa zur Wirkung von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper, zur Materialforschung oder zur Beobachtung der Erde aus dem All. Solche Arbeiten sind weniger spektakulär als Raketenstarts, bilden aber das wissenschaftliche Rückgrat der bemannten Raumfahrt und liefern wichtige Erkenntnisse für zukünftige Missionen zu Mond und Mars.
Auch in Europa ist die Raumfahrtstimmung in dieser Woche geprägt von Aufbruch. Der erfolgreiche Erstflug der neuen Ariane-6-Schwerlastvariante, der Ariane 64, liegt nur wenige Tage zurück. In dieser Woche werten ESA und Industriepartner die Flugdaten intensiv aus. Der Erfolg gilt als entscheidender Schritt, um Europas unabhängigen Zugang zum All langfristig zu sichern und im internationalen Wettbewerb wieder stärker aufzutreten – insbesondere bei grossen kommerziellen Satellitenmissionen.
International rückt ausserdem China weiter in den Fokus. Mit erfolgreichen Tests neuer Raketentechnologien meldet das Land deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einer bemannten Mondmission. Diese Entwicklungen fügen sich in ein grösseres Bild ein: Immer mehr Raumfahrtnationen verfolgen konkrete Pläne für den Mond, nicht nur als Ziel für kurze Besuche, sondern als Ort für dauerhafte Präsenz und technologische Demonstrationen.
Auch die USA arbeiten konsequent auf dieses Ziel hin. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für die nächste Phase des Artemis-Programms, insbesondere für Artemis II. Diese Mission soll Menschen erstmals seit Jahrzehnten wieder in die Nähe des Mondes bringen und ist ein entscheidender Zwischenschritt auf dem Weg zu späteren Landungen.
Insgesamt ist diese Februarwoche kein einzelner historischer Wendepunkt, sondern eher ein Momentaufnahme einer hochaktiven Raumfahrtwelt: häufige Starts, routinierter Betrieb im Erdorbit, technologische Fortschritte bei neuen Raketen und ein klar erkennbarer internationaler Fokus auf den Mond. Genau diese kontinuierliche Dynamik zeigt, dass Raumfahrt längst kein Ausnahmeereignis mehr ist, sondern ein fester Bestandteil moderner Infrastruktur, Forschung und geopolitischer Strategie. 
 

Woche vom 9. - 15. Februar 2026

In der Woche vom 9. bis 15. Februar 2026 steht die Raumfahrt vor allem im Zeichen von routinemässigen, aber hochspannenden Starts – mit einem klaren Schwerpunkt auf SpaceX und der Internationalen Raumstation. Der erhoffte Mondflug mit Artemis II, der ersten bemannten Mission des Artemis-Programms mit einer Umrundung des Mondes, musste leider verschoben werden. Bei einem kürzlich durchgeführten Betankungstest (Wet Dress Rehearsal) traten erneut problematische Wasserstofflecks auf – ein bekanntes Schwachstellen-Thema beim Space Launch System (SLS). Die NASA hat sich daher entschieden, die Rakete zurück ins Vehicle Assembly Building (VAB) am Kennedy Space Center zu transportieren, um die erforderlichen Reparaturen und Analysen durchzuführen. Der früheste mögliche Starttermin liegt nun im März 2026. Kritiker sehen in den wiederholten Problemen Parallelen zu improvisierten Lösungen. Einzelne Fachleute sprechen sogar spöttisch von einer „Armageddon-Rakete“ aus Shuttle-Resten. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass die Ingenieure die Hürden meistern und Artemis II letztlich sicher abheben kann.

Am 12. Februar um 17:45 MEZ startet die europäische Ariane 6 erstmals in der Konfiguration Ariane 64. Die Rakete wird in ihrer stärksten Version mit vier Boostern insgesamt 32 Amazon-LEO-Satelliten in den Weltraum bringen. Dies ist der erste von 18 für Amazon geplanten Starts. Amazon LEO will als Konkurrent zu SpaceX eine eigene Satellitenkonstellation auf den Markt bringen.
Ebenfalls am Donnerstag, 12. Februar, steht zudem ein hochpriorierter militärischer Start an: USSF-87 mit einer Vulcan Centaur-Rakete von United Launch Alliance (ULA), ebenfalls vom Cape Canaveral (SLC-41). Die Mission bringt zwei GSSAP-Satelliten (Geosynchronous Space Situational Awareness Program) in einen geosynchronen Orbit und dient der Weltraumüberwachung – ein zentraler Auftrag der US Space Force für die nationale Sicherheit.

Der eigentliche Höhepunkt der Woche ist der von Mittwoch auf Freitag verschobene Start von SpaceX Crew-12 am 13. Februar. Um 5:15 Uhr MEZ soll die Falcon 9 vom Launch Complex 40 in Cape Canaveral abheben. An Bord der Crew Dragon befinden sich die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die ESA-Astronautin Sophie Adenot aus Frankreich sowie der Roskosmos-Kosmonaut Andrey Fedyaev. Die Mission umfasst einen Aufenthalt von etwa sechs bis acht Monaten auf der ISS mit umfangreichen wissenschaftlichen Experimenten und möglichen Aussenbordeinsätzen. Das Andocken an der Raumstation ist für Samstag den 14. Februar geplant. NASA und SpaceX übertragen den gesamten Ablauf – von den Vorbereitungen über die Pressekonferenzen (u. a. am 9. Februar) bis zum Start – live.

SpaceX rundet die Woche mit mehreren Starlink-Missionen ab, um das Satellitennetz weiter auszubauen:
    •    Am 11. Februar ein Falcon-9-Start von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien.
    •    Am Samstag, 14. Februar sind mindestens zwei weitere Starts geplant – einer von Florida (SLC-40) und einer von Kalifornien (SLC-4E).
    •    Je nach finaler Planung könnte sich das Programm bis in den Sonntag, 15. Februar erstrecken.
Insgesamt dominiert SpaceX die Woche klar – mit Fokus auf die ISS-Besatzungsrotation und den Ausbau von Starlink. Der europäische Akzent kommt durch Sophie Adenot, während der Vulcan-Start militärische Dimensionen einbringt. Alle grossen Ereignisse werden live gestreamt; besonders der Crew-12-Start lohnt sich zum Mitverfolgen. Wie immer in der Raumfahrt: Termine können sich durch Wetter, Technik oder Range-Probleme noch kurzfristig verschieben.

 

Woche vom 2. - 8. Februar 2026

Der Raumfahrtkalender bleibt weiterhin dicht gefüllt. Den Auftakt macht erneut SpaceX, das seinen hohen Starttakt nahezu ohne Unterbrechung fortsetzt. Bereits am Montagnachmittag soll von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien eine Falcon-9-Rakete mit rund 25 weiteren Starlink-Satelliten starten. Der Start ist derzeit für etwa 16:17 Uhr MEZ angesetzt und bringt die Satelliten in einen polaren, sonnensynchronen Orbit, der für eine globale Netzabdeckung besonders wichtig ist.
Keine 24 Stunden später folgt der nächste Start: Am Dienstagabend, dem 3. Februar, ist ein weiterer Falcon-9-Flug von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida geplant. Auch hier stehen Starlink-Satelliten im Mittelpunkt. Der Start soll gegen 23:12 Uhr MEZ erfolgen und unterstreicht den routinierten, eng getakteten Betrieb von SpaceX.
Parallel dazu richtet sich der Blick der Raumfahrtwelt nach Florida, wo die NASA in dieser Woche entscheidende Schritte für Artemis II plant – die erste bemannte Mondmission seit dem Apollo-Programm. Am Kennedy Space Center soll zu Wochenbeginn der lang erwartete Wet Dress Rehearsal stattfinden, ein vollständiger Betankungs- und Countdown-Test der SLS-Rakete. Er gilt als letzte große Hürde vor einem möglichen Startversuch.
Verläuft diese Generalprobe erfolgreich, öffnet sich ab der zweiten Wochenhälfte ein reales Startfenster. Der frühestmögliche Termin für Artemis II liegt derzeit in der Nacht auf Freitag, den 6. Februar, gegen 03:41 Uhr MEZ. Als wahrscheinlich gilt derzeit jedoch der 9. Februar 2026. Von der Startrampe 39B aus würden vier Astronautinnen und Astronauten in der Orion-Kapsel zu einem rund zehntägigen Flug um den Mond starten. 
Unabhängig davon plant SpaceX auch zum Ende der Woche weitere Missionen: Am Freitagabend gegen 18:05 Uhr MEZ ist ein weiterer Starlink-Start von Vandenberg vorgesehen, gefolgt von einem möglichen Falcon-9-Flug von Cape Canaveral am Samstagvormittag gegen 10:41 Uhr MEZ. Auch diese Missionen dienen dem kontinuierlichen Ausbau der Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit.

 

Woche vom 26. Januar - 1. Februar 2026

In der vergangenen Woche fanden zahlreiche Raketenstarts statt. Besonders im Fokus standen jedoch die Vorbereitungen für die Artemis-II-Mission, die erste bemannte Mondumrundung seit über 50 Jahren. Der ursprünglich geplante Zeitplan wurde wetterbedingt verschoben; aktuell peilt die NASA einen Starttermin nicht vor dem 8. Februar 2026 an. Parallel dazu bleibt Chinas Raumfahrtaktivität intensiv und breit gefächert: Vor allem die Tiangong-Raumstation mit ihren bemannten Missionen und jüngsten Notfallmaßnahmen unterstreicht die enge Verzahnung von bemannter Raumfahrt, Stationsbetrieb und Sicherheitsstrategien im erdnahen Orbit.
SpaceX setzte seine hohe Startfrequenz fort und brachte innerhalb einer Woche mehrere Falcon-9-Raketen ins All. Dazu gehörte am 29. Januar der insgesamt 11.000. Starlink-Satellitenstart sowie weitere Starlink-Missionen Ende Januar, darunter auch der Start eines GPS-III-Navigationssatelliten, der ursprünglich mit einer anderen Trägerrakete hätte fliegen sollen.
Bei der Artemis-II-Mission endeten in Florida wichtige Vorbereitungen am Startplatz, darunter der Rollout der SLS-Rakete und der Beginn letzter Tests. Extreme Kälte am Kennedy Space Center verzögerte jedoch den entscheidenden Betankungstest („Wet Dress Rehearsal“) und damit den frühestmöglichen Starttermin.
Während Raketenstarts und Mondmissionen die Schlagzeilen dominierten, lief der Betrieb im erdnahen Orbit kontinuierlich weiter: Satellitenstarts zur Erweiterung von Kommunikations- und Navigationsnetzen sowie die reguläre Versorgung und Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS), inklusive einer geplanten Crew-Mission im Februar.
Auch China meldet weiterhin bedeutende Fortschritte. Mit 92 Raumfahrtstarts stellte das Land im vergangenen Jahr einen neuen nationalen Rekord auf und baute sein Satellitenportfolio deutlich aus. Ein Schwerpunkt liegt auf der Tiangong-Raumstation, die seit 2021 dauerhaft bemannt ist und das Zentrum der chinesischen bemannten Raumfahrt bildet.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt ein Notfalleinsatz: Anfang Januar 2026 kehrte die Raumkapsel Shenzhou-20 unbemannt zur Erde zurück, nachdem ein beschädigtes Fenster durch möglichen Weltraummüll entdeckt worden war. Die Besatzung war vorsorglich in ein anderes Raumschiff umgestiegen. Bereits im November 2025 war die unbemannte Shenzhou-22 als zusätzliches Rückkehrfahrzeug zur Station gebracht worden und dient seither als Sicherheitsreserve.
Langfristig plant China weitere Schritte, darunter neue Chang’e-Mondmissionen, die Entwicklung von Systemen für bemannte Mondlandungen sowie den Ausbau orbitaler Infrastrukturen als Teil seines strategischen Raumfahrtprogramms.

 

Woche vom 19. - 25. Januar 2026

Das Monster ist bereit: Die gewaltige Space Launch System (SLS)-Rakete für Artemis II steht inzwischen auf der Startrampe in Cape Canaveral. Damit erreicht die bemannte Mondraumfahrt einen historischen Meilenstein, denn zum ersten Mal seit 1972 sollen wieder Menschen den Mond anfliegen. Die Rakete ist beinahe gleich gross und auch etwa gleich schwer (2'900 tonnen) wie die Saturn V von 1972. Der Start ist derzeit für den 6. Februar 2026 vorgesehen. In diesen Tagen laufen zahlreiche Vorbereitungsaktivitäten, Systemchecks und Tests, um Rakete, Orion-Raumschiff und Bodensysteme für die Mission freizugeben. An Bord sind Reid Wiseman als Commander, Victor Glover als Pilot sowie die Missionsspezialisten Jeremy Hansen und Christina Hammock Koch. Diese Crew schreibt Geschichte: Erstmals fliegen eine Frau, ein Schwarzer und ein Kanadier auf einer Mission zum Mond.
Auch abseits von Artemis ist die Raumfahrtwoche vom 19. bis 25. Januar 2026 dicht gefüllt. Am 19. Januar plant China den Start einer Long March-12 vom Weltraumbahnhof Wenchang. Die Nutzlast ist offiziell nicht bekannt, der Start soll in den frühen Morgenstunden (UTC) erfolgen. Einen Tag später, am 20. Januar, folgt ein besonders wichtiger europäischer Meilenstein: Isar Aerospace will mit Spectrum Flight Two den zweiten Testflug seiner neuen Trägerrakete vom Andøya Spaceport in Norwegen durchführen, diesmal mit mehreren Kleinsatelliten an Bord.
Am 21. Januar hebt in den USA eine New-Shepard-Rakete von Blue Origin zu ihrem suborbitalen Flug NS-38 von der Corn Ranch in Texas ab und bringt erneut Nutzlasten – und möglicherweise Experimente – kurzzeitig ins All. Der 22. Januar steht im Zeichen von SpaceX: Eine Falcon 9 startet von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien mit der Mission Starlink Group 17-30, um weitere Satelliten in einen sonnensynchronen Orbit zu bringen. Den Abschluss der Woche bildet am 25. Januar ein weiterer Falcon-9-Start von Vandenberg mit Starlink Group 17-20, der den Ausbau des globalen Starlink-Internetnetzes weiter vorantreibt. Insgesamt zeigt diese Woche eindrucksvoll, wie parallel zur grossen Rückkehr zum Mond die kommerzielle und internationale Raumfahrt auf Hochtouren läuft. 

Woche vom 12. - 18. Januar 2026

„Rollout morning“ sagt die NASA zum Rollout-Ereignis am Morgen des 17. Januar in Cape Canaveral. Das „Monster“ – die riesige Artemis-II-Rakete (SLS mit Orion-Raumschiff) – hat das Vehicle Assembly Building (VAB) verlassen und ist auf dem Weg zum Startplatz 39B.
Der Rollout ist kein Start, sondern ein wichtiger Meilenstein: ein entscheidender Systemtest und der sichtbare nächste Schritt auf dem Weg zur ersten bemannten Mondumrundung im Rahmen des Artemis-Programms.
Der eigentliche Start zur Mondumrundung ist derzeit für "no earlier than" 6. Februar 2026 geplant – sofern alle Tests (insbesondere die anstehenden Wet Dress Rehearsals) erfolgreich verlaufen und nichts dazwischenkommt.
Die Rakete begann den rund 4 Meilen (ca. 6,4 km) langen Transport auf dem Crawler-Transporter heute früh gegen 7 Uhr EST (13 Uhr MEZ) – ein echt beeindruckender Anblick!

Um 09:41 (MEZ) am 15. Januar 2026 ist Crew 11 sicher vor der Küste von Kalifornien gelandet. Die Dragon mit dem Namen Endeavour musste die Rückkehr zur Erde fast Monate vor dem eigentlich geplanten Termin antreten, da es auf der Space Station ISS zu einem, die Gesundheit eines Astronaten, betreffenden Zwischenfalls gekommen ist. Zum ersten Mal in der 25. Jährigen Geschichte der ISS musste eine Mission vorzeitig abgebrochen werden. Den genauen Grund wie auch den Gesundheitszustand und den Namen des Astronauten wurde bisher nicht bekannt gegeben. Die erkrankte Person sei in einem stabilen Zustand und wird nun auf der Erde genauer abgeklärt.

In der Woche vom 12. bis 18. Januar 2026 sind mehrere Raketenstarts sowie Vorbereitungen für den Artemis II Start geplant. 
Den Beginn markiert am 12. Januar ein Start der Indian Space Research Organisation (ISRO): Mit der bewährten Polar Satellite Launch Vehicle (PSLV) wird eine Mission durchgeführt, deren Hauptnutzlast ein moderner Erdbeobachtungssatellit ist. Die PSLV, eine vierstufige Rakete mit Feststoff- und Flüssigkeitsstufen, gilt als besonders präzise für sonnensynchrone Umlaufbahnen. Neben der Primärnutzlast werden mehrere kleinere Zusatzsatelliten ausgesetzt, was die Rolle Indiens als verlässlicher Anbieter für kosteneffiziente Mehrfachstarts unterstreicht.
Ebenfalls am 12. Januar setzt SpaceX seine hohe Startfrequenz fort. Eine Falcon-9-Rakete hebt von Cape Canaveral ab, um eine weitere Charge von Starlink-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn auszubringen. Die Mission folgt dem etablierten Profil: Der Erststufenbooster kehrt nach dem Abtrennen zur Landung auf einer autonomen Drohnenschiffplattform zurück, während die Oberstufe die Satelliten in einer gestreckten Transferbahn aussetzt. In den folgenden Tagen manövrieren sich die Satelliten mit elektrischen Hall-Effekt-Triebwerken in ihre endgültigen Betriebsorbits.
Am 14. Januar ist ein weiterer Falcon-9-Start mit Starlink-Nutzlast vorgesehen, was die industrielle Serienfertigung und operative Routine dieses Systems verdeutlicht. 

Den Abschluss der Woche bildet am 18. Januar ein weiterer Falcon-9-Start mit Starlink-Satelliten, erneut von Florida aus. Die Häufung dieser Missionen zeigt, wie stark der Fokus der kommerziellen Raumfahrt derzeit auf den Aufbau grosser Satellitenkonstellationen liegt. Insgesamt ist diese Woche geprägt von einem Zusammenspiel aus hochfrequenten, technisch ausgereiften Trägersystemen im Erdorbit und schwergewichtigen Explorationsprogrammen, die langfristig auf den Mond und darüber hinaus zielen.

Woche vom 5. - 11. Januar 2026

Breaking (9. Jan. 2026): Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) holt die US-Raumfahrtbehörde NASA eine Astronautenbesatzung aufgrund eines gesundheitlichen Problemes vorzeitig zur Erde zurück.
Die NASA bricht eine Mission an Bord der Internationalen Raumstation wegen eines medizinischen Problems bei einem Besatzungsmitglied ab. Die vierköpfige Crew aus den USA, Japan und Russland soll bereits in den kommenden Tagen zur Erde zurückkehren.
Anlässlich einer Pressekonferenz in der Nacht auf den 9. Januar teilte die NASA mit, dass es  im Vorfeld des geplanten Ausstiegs zu einem medizinischen Zwischenfall bei einem der Besatzungsmitglieder gekommen sei. Nach Angaben der Raumfahrtbehörde steht dieses Problem nicht im Zusammenhang mit der geplanten Aussenbordaktivität. NASA-Administrator Isaacman versicherte, dass sich das betroffene Crewmitglied derzeit in stabilem Zustand befinde. Weitere Details, sowohl zur Person als auch zur Art des gesundheitlichen Problems, wurden bislang nicht veröffentlicht. Die Crew soll nun in den kommenden Tagen vorzeitig zur Erde zurückkehren.
In den 25 Jahren Betrieb der Internationalen Raumstation ist eine vergleichbare Situation bislang noch nie öffentlich bekannt geworden, weshalb von einem ernst zu nehmenden, wenn auch offenbar kontrollierten Vorfall auszugehen ist.

Auf Seiten der Startaktivitäten ist es zu Beginn des neuen Jahres noch recht ruhig. Lediglich SpaceX hat drei Falcon-9-Starts im Programm. Am 8. und am 10. Januar sind zwei Missionen mit Starlink-Satelliten geplant. Am 11. Januar soll eine Rideshare-Mission mit dem Namen Twilight starten. Bei solchen Missionen werden mehrere Satelliten verschiedener Kunden gemeinsam in den Erdorbit gebracht.


Woche vom 29. Dezember 2025 - 4. Januar 2026

Die letzten Tage des alten Jahres sowie das Neujahrswochenende bringen nur wenige Aktivitäten.
Einige wenige Starts in Russland, China und den USA bilden die Hauptaktivitäten. Daneben sind bei SpaceX in Boca Chica Arbeiten zur Vorbereitung des Starship-Testfluges IFT-12 zu beobachten. Dieser Start soll Ende Januar oder im Februar stattfinden. Ebenfalls im Februar ist der Start von Artemis 2 geplant. Wir dürfen uns auf ein äußerst interessantes Jahr 2026 freuen.
Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr.

 

 


 

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